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Klima und Wandel

Nick Reimer
diplomierter Energie- und Umweltverfahrenstechniker, Wirtschaftsjournalist und Bücherschreiber
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piqer: Nick Reimer
Donnerstag, 27.12.2018

Hambi, Kohle und die Hitze: Das Jahr, das geht, im Rückblick

Das spektakulärste kam ganz unspektakulär zum Schluss: Kurz vor Weihnachten schloss mit der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop das letzte deutsche Steinkohlebergwerk. Eine Ära ging zu Ende. Eine Ära, die Stahl und Wohlstand, Krieg und Umweltfrevel, Krupp und die IG BCE hervorgebracht hat. 2018 geht als das Jahr des deutschen Steinkohleausstiegs in die Geschichtsbücher ein - wohlgemerkt bei der Förderung, nicht beim Verbrennen. 2015 wurden 55,5 Millionen Tonnen Steinkohle importiert, so viel, wie Mitte der 90er Jahre noch in Deutschland gefördert wurden. 2017 kamen gerade noch knapp 3,7 Millionen Tonnen aus dem deutschen Untergrund.

Spektakulär hingegen das Scheitern der Kohlekommission: Bis Ende 2018 sollte die ihren Abschlussbericht vorlegen und damit einen Vorschlag für den Ausstieg aus der Braunkohlen-Förderung geben. Daraus wurde nichts, im Januar geht es weiter.

Wind- oder Solarkraftanlagen haben 2018 erstmals genauso viel Strom in Deutschland produziert wie die Kohlekraftwerke. Rund 35 Prozent der Elektrizität kam 2018 aus erneuerbaren Energien, wie aus vorläufigen Zahlen des Bundesverbandes der Energiewirtschaft (BDEW) hervorgeht.

2018 war das bislang wärmste Jahr in Deutschland: Wie der Deutsche Wetterdienst ermittelte, lag die Mitteltemperatur 2,2 Grad über dem vieljährigen Deutschlandmittel der Jahre 1961 bis 1990. Damit fallen acht der neun wärmsten Jahre seit 1881 in das 21. Jahrhundert, das zweitwärmste Jahr war 2014 mit 10,3 Grad Celsius.

In die Geschichte wird 2018 dafür aber nicht eingehen: Wissenschaftler sehen nur den Trend bestätigt. Im Oktober mahnte der Weltklimarat IPCC dringend zu mehr Klimaschutz. Der Sonderbericht zum 1,5-Grad-Ziel war die wichtigste wissenschaftliche Arbeit 2018.

In der Klimabewegung könnte 2018 eine Wende markieren: Nie gab es solche Auseinandersetzungen um die Zukunft der Atmosphäre wie im Hambacher Forst. Neu auch der Trend, sich juristisch gegen die Erderwärmung zu wehren, seit 2018 klagen nun auch Deutsche.

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