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Klima und Wandel

Nick Reimer
diplomierter Energie- und Umweltverfahrenstechniker, Wirtschaftsjournalist und Bücherschreiber
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piqer: Nick Reimer
Donnerstag, 25.04.2019

Grönlands Eisverlust nimmt rapide zu

Er ist an manchen Stellen mehr als drei Kilometer hoch und länger als 2.500 Kilometer: der grönländische Eisschild. Um sich eine Vorstellung von dieser Dimension zu machen: Norwegens Hauptstadt Oslo liegt Luftlinie lediglich knapp 2.400 Kilometer von Spaniens Hauptstadt Madrid entfernt. Nach dem antarktischen Eisschild ist der auf Grönland der zweitgrößte der Welt.

Noch, muss man leider sagen. Denn der Eisverlust hat sich seit den 1980er Jahren versechsfacht. Ein internationales Forschungsteam wertete jetzt Langzeitdaten des Grönlandeises von 1972 bis 2018 aus; die Wissenschaftler analysierten Faktoren wie Eisdicke, Masse und Fließgeschwindigkeit. Hatte die gesamte Eismasse in den 1970er Jahren noch zugenommen, so setzte in den 1980er Jahren jedoch eine Schmelze ein, die sich ab dem Jahr 2010 extrem beschleunigte, schreiben die Forscher im Fachblatt PNAS. Insgesamt hat Grönland seitdem rund fünf Billionen Tonnen Eis verloren. Zuletzt hatte die Wissenschaft lediglich eine Vervierfachung der Schmelzrate bilanziert.

Besonders besorgniserregend: die Hälfte der Schmelze erfolgte seit 2010. Zuletzt schmolzen 286 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr - mehr als die Antarktis verliert. Zum Vergleich: Der Bodensee enthält knapp 50 Milliarden Tonnen Wasser.

Der grönländische Eisschild ist eines der 16 Kippelemente. Einmal in Gang gesetzt, gibt es keine Möglichkeit, den Schmelzprozess zu stoppen. Das Abschmelzen des Eispanzers würde den Meeresspiegel langfristig um sieben Meter ansteigen lassen.

Anfang des Monats hatten Züricher Wissenschaftler ihre Erkenntnisse zur weltweiten Gletscherschmelze veröffentlicht. Demnach hat der Klimawandel den Meeresspiegel zuletzt im Schnitt um fast einen Millimeter im Jahr steigen lassen - und zwar ohne die Schmelzraten in Grönland und der Antarktis in die Rechnung einzubeziehen. Michael Zemp von der Universität Zürich erklärte:

"Weltweit verlieren wir derzeit rund drei Mal das verbleibende Gletschervolumen der Europäischen Alpen. Und das jedes Jahr."

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