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Klima und Wandel

Daniela Becker
Umweltwissenschaftlerin und Journalistin
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piqer: Daniela Becker
Freitag, 25.08.2017

Global Worming: Was Würmer mit der globalen Erwärmung zu tun haben

Angler sind gefährliche Menschen. Warum? Nun, sie verwenden Regenwürmer als Köder. Und wenn sie am Ende des Tages ihre verbliebenen Würmer freilassen, dann tun diese, was Würmer eben so tun: Sie graben sich durch den Boden. Das ist ok, wenn sie es dort machen, wo sie eigentlich zuhause sind. Doch wenn der Wurm erstmal irgendwo drin ist, wo er nicht rein gehört, kann das dramatische Folgen haben. 

Aber wo die Regenwürmer durch sind, hat sich der Boden für immer radikal verändert und mit ihm die Lebensbedingungen vieler Bewohner." Von der Bakterie bis zum Baum spüren die Organismen den Einzug der Würmer.

Invasive Arten nennen Biologen Tierarten, die sich in einer Region ausbreiten, in der sie keine Fressfeinde haben. Berichte von Wurminvasionen gibt es seit Jahren. In vielen Teilen der Welt werden Würmer eingeschleppt und verändern dort das Ökosystem. Dieser Text stellt ein Forschungsprojekt vor, bei dem deutsche Wissenschaftler nun Regenwürmer in Kanada aussetzen und dabei unter kontrollierten Bedingungen beobachten wollen, welche Konsequenzen das konkret hat. 

Auch in Bezug auf den Klimawandel ist das Thema relevant.

Gerade die Tunnel des Tauwurms verändern offenbar den Wasserhaushalt der nordamerikanischen Waldböden massiv, weil die Flüssigkeit sich nach Niederschlägen nicht mehr in der Blätterschicht halten kann, sondern nach deren Verschwinden nach unten abfließt. Und mit dem Wasser gehen offenbar auch Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor verloren. "Wenn die Invasionswelle gerade im Gange ist, setzen die Würmer natürlich zunächst sehr viel frei, was vorher verschlossen war", sagt Eisenhauer. "Aber bei einem starken Regen wird das meiste davon fortgeschwemmt und auf Dauer verliert der Boden die Nährstoffe." Zugleich setzt das Land nun mehr vom Treibhausgas CO2 frei, weil die Würmer die Umsetzung des verrottenden Pflanzenmaterials beschleunigen. Das global worming trägt also indirekt zum global warming bei – die Verwurmung steigert die Erwärmung.

Global Worming: Was Würmer mit der globalen Erwärmung zu tun haben
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