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Klima und Wandel

Alexandra Endres
Journalistin und Volkswirtin
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piqer: Alexandra Endres
Sonntag, 26.07.2020

Erst ein Super-Zyklon, jetzt Überschwemmungen in Bangladesch

In Bangladesch steht ein Drittel des Landes unter Wasser, melden die Vereinten Nationen. Mehr als 500.000 Häuser sind überschwemmt. Grund ist ein in diesem Jahr ungewöhnlich starker Monsunregen. 

Es regnet schon seit Anfang Juli, und die Saison dauert üblicherweise bis September. Die UN schätzen, dass dies die am längsten andauernde Flut seit mehr als 30 Jahren werden könnte.

Häufigere und stärkere Überschwemmungen gehören zu den Szenarien der Klimawissenschaft für Bangladesch, das ganz besonders von der Klimakrise bedroht ist. Eigentlich ist das ganze Land ein einziges riesiges Delta am Zusammenfluss mehrerer Flüsse, die dort ins Meer münden. Die Hauptstadt Dhaka liegt nur sechs Meter über dem Meeresspiegel. Im Tiefland leben zig Millionen Menschen.

Die humanitäre Krise wird noch verschärft dadurch, dass Bangladesch (wie auch Indien) erst vor kurzem vom Super-Zyklon Amphan getroffen wurde, der schwere Zerstörungen angerichtet hat. Und sie wird auch verschärft durch die Corona-Pandemie, wie der Guardian hier berichtet - weil deren Bekämpfung Ressourcen abzieht, und weil viele Menschen wegen der vielerorts verhängten Ausgangssperren sowieso schon wirtschaftlich in Not sind. Die Zahl derer, die in die Armut rutschen, könnte jetzt durch die Überschwemmungen noch weiter steigen.

In deutschen Medien habe ich bisher nur wenige Berichte über die Flutkatastrophe gesehen. Dabei sind die Regenfälle derzeit nicht nur in Bangladesch "exzessiv" (so bezeichnet es die Nasa), sondern auch in den Nachbarländern:

In Nepal starben Berichten zufolge mehr als 100 Menschen aufgrund von Überschwemmungen und Erdrutschen. Auch in Indien regnet es pausenlos, 2.000 Dörfer stehen unter Wasser, schreibt die taz. In China mussten rund 2,7 Millionen Menschen ihre Wohnhäuser verlassen. Und in der Mongolei mangelt es Hunderten Familien an Nahrung, wie das Rote Kreuz berichtet, weil wichtige Straßen durch das Wasser beschädigt sind und die Transporte nicht durchkommen.

Der hier gepiqde Text gibt einen knappen Überblick über die Lage in Südostasien. Die New York Times geht in diesem Artikel (hinter einer Bezahlschranke) noch ein wenig näher ran. Und kommende Woche plant der Deutschlandfunk eine Sendung zum "Klimanotfall" Bangladesch. Ich könnte mir vorstellen, dass Reinhören lohnt.

Erst ein Super-Zyklon, jetzt Überschwemmungen in Bangladesch

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Kommentare 6
  1. Dominique Lenné
    Dominique Lenné · vor 4 Monaten

    Das ist eine der typischen Katastrophen, die "man schon kennt", weil dort "sowas" immer wieder mal passiert. Dass sie häufiger und schwerer ausfallen sind dann "nur" graduelle Entwicklungen über einen Zeitraum von 10, 20, 50 Jahren, die im ereignisgetriebenen medialen Rauschen schwer zu identifizieren sind. Was auch dafür spricht, den Medienkonsumenten mehr an Hintergrundberichte zu gewöhnen und die Jagd nach dem letzten Thrill etwas ruhiger angehen zu lassen.
    Auch typisch, die Berichterstattung so punktuell wie möglich zu machen und größere Ortskontexte außen vor zu lassen (beziehe mich auf Natalies Kommentar). Anderes Beispiel: "Dürre in Brandenburg" (weiß nicht mehr wo ich das gelesen habe) - der Wassermangel in den Böden betrifft ein riesiges Gebiet in Europa, das weit in die Ukraine hineinreicht.

    1. Alexandra Endres
      Alexandra Endres · vor 4 Monaten

      Jaaaa, prinzipiell mag das stimmen, mit den fehlenden Hintergrundberichten und örtlichen Kontexten. Aber nach inzwischen mehr als 14 Jahren in einer Online-Redaktion weiß ich, wie schwierig der Spagat ist zwischen dem Bestreben, Kontext und Hintergründe zu liefern, und dem Zwang, der Leserschaft das zu liefern, was sie klickt, weil das Medium sich halt (auch) über Reichweite finanziert. Nicht so trivial, leider.

  2. Natalie Mayroth
    Natalie Mayroth · vor 4 Monaten

    ... Und es sind auch seine Nachbarn stark betroffen, da reicht ein Blick nach Indien oder Nepal. Leider.

    1. Alexandra Endres
      Alexandra Endres · vor 4 Monaten

      Ja, das erwähnt der gepiqte Text auch. Anderswo ist es hingegen trockener als üblich.

    2. Natalie Mayroth
      Natalie Mayroth · vor 4 Monaten · bearbeitet vor 4 Monaten

      @Alexandra Endres Das sollte eigentlich noch der Link rein wegen der Übersicht: http://floodlist.com/asia. Und die zu behalten ist schwer. Wenig Texte gibt es dazu (auf Deutsch) vielleicht auch, weil Urlaubszeit ist und gerade nicht alle, die sonst im Ausland sitzen gerade im Ausland sind.

    3. Alexandra Endres
      Alexandra Endres · vor 4 Monaten

      @Natalie Mayroth Danke! Das kannte ich noch nicht, finde ich sehr aufschlussreich.

      Kann sein, dass auf Deutsch derzeit wenig berichtet wird, weil gerade wenige Korrespondent*innen vor Ort sind.

      Andererseits gehört es zum redaktionellen Alltag, sich im Zweifel auch aus der Ferne, über Mittler wie z.B. Nothelfer, ein Bild zu machen. Mein Gefühl ist eher, dass im Moment andere Themen die Flutkatastrophe überlagern. Und vielleicht auch, dass es einen gewissen Gewöhnungseffekt an solche Katastrophen gibt in den Redaktionen.

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