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Klima und Wandel

Daniela Becker
Umweltwissenschaftlerin und Journalistin
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piqer: Daniela Becker
Montag, 06.05.2019

Eine Million Arten vom Aussterben bedroht

Der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) hat heute einen Bericht über den Zustand der Artenvielfalt vorgestellt. Dem Bericht zufolge sind

  • 85 Prozent der Feuchtgebiete bereits zerstört,
  • seit dem späten 19. Jahrhundert rund die Hälfte aller Korallenriffe verschwunden
  • Neun Prozent aller Nutztierrassen ausgestorben,
  • Zwischen 1980 und dem Jahr 2000 100 Millionen Hektar tropischer Regenwald abgeholzt worden – weitere 32 Millionen Hektar allein zwischen 2010 und 2015,
  • 23 Prozent der Landfläche des Planeten gilt als ökologisch heruntergewirtschaftet und kann nicht mehr genutzt werden,
  • der Verlust von Bestäuberinsekten bedroht die Nahrungsmittelproduktion im Wert von 235 bis 577 Milliarden Dollar pro Jahr,
  • durch die Zerstörung von Küstengebieten wie Mangrovenwäldern ist die Lebensgrundlage von bis zu 300 Millionen Menschen gefährdet.
"Die globale Rate des Artensterbens ist mindestens um den Faktor zehn bis Hunderte Male höher als im Durchschnitt der vergangenen zehn Millionen Jahre, und sie wächst", heißt es in dem Bericht.

Ein katastrophales Zeugnis stellen die Wissenschaftler den bisherigen Anstrengungen aus, im Rahmen von Uno-Abkommen die biologische Vielfalt besser zu schützen. 

Um den Niedergang der Artenvielfalt zu stoppen, sei internationale Zusammenarbeit der Staaten bei gemeinsamen Zielen die Voraussetzung, so die Autoren des Reports. Gemeinsam müssten umweltfeindliche Subventionen weltweit abgebaut und politisches Handeln konsequent an Naturschutzzielen ausgerichtet werden. Außerdem müsse der Wert der biologischen Vielfalt breiter im öffentlichen Bewusstsein verankert werden. Einen besonderen Fokus richten die Wissenschaftler auch auf die Rolle indigener Völker beim Naturschutz und auf ihre Bedrohung durch rücksichtsloses Wirtschaften.

Eine Million Arten vom Aussterben bedroht
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Kommentare 4
  1. Dirk Liesemer
    Dirk Liesemer · Erstellt vor 16 Tagen · Bearbeitet vor 16 Tagen

    Irgendwie gespenstisch, dass sich den Schülern nicht längst schon viele weitere Gruppen angeschlossen haben. Eigentlich wären Generalstreiks notwendig.

    1. Daniela Becker
      Daniela Becker · Erstellt vor 16 Tagen · Bearbeitet vor 16 Tagen

      Es gibt ja inzwischen #parentsforfuture, #grandparentsforfuture #ScientistsForFuture, #ExtinctionRebellion ... aber ja, das Bewusstsein muss sich weiter ausbreiten.

    2. Felix TheC
      Felix TheC · Erstellt vor 15 Tagen ·

      Dann los! Jetzt ist die Zeit zu handeln

  2. Du Irrelevant
    Du Irrelevant · Erstellt vor 15 Tagen ·

    Solange nicht eine ganz bestimmte Art kurzfristig vom Aussterben bedroht ist, kann es ja so weitergehen wie bisher!?!
    ...und halt auch, solange im Mainstream fast ausschließlich gilt Umweltschutz=Klimaschutz (für den ja auch nicht sonderlich viel getan wird). Aber alles auf "E-" umstellen führt auch erstmal zu neuen Fabriken, neuem Rohstoffabbau -> neuer Zerstörung.
    Ich will nicht sagen es bringt alles nichts, im Gegenteil! Ich werde oft, ob meines "einfachen" Lebensstils bemitleidet ("Das könnte ich nicht" etc.) und dabei bin ich weder Asket noch lebe ich wirklich nachhaltig (komme immer noch auf ~4,5t CO² (uba.co2-rechner.de/de_DE) und ~2,7gha (https://www.fussabdruc...) pro Jahr), aber ich sehe es (meistens) nicht als entbehrungsreich, sondern als intensiv und verbunden.
    Wir haben noch einen weiten Weg vor uns, der spannend und voller Herausforderungen ist, der uns aber auch einander näher bringt und uns viel über die grundsätzlichen Sinnfragen lehren kann :)