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Klima und Wandel

Ralph Diermann
Energiejournalist

Strom, Wärme und Mobilität – das sind meine Themen. Ich arbeite seit 2008 als freier Energiejournalist u.a. für die Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online, die Neue Zürcher Zeitung und Technology Review.

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piqer: Ralph Diermann
Mittwoch, 09.10.2019

Die „3,5-Prozent-Regel“: Wie eine kleine Minderheit einen radikalen Wandel auslösen kann

Wie viele Menschen braucht es in einem Staat, um in zentralen politischen oder gesellschaftlichen Fragen einen radikalen Kurswechsel anzustoßen? Oder konkreter: Wie viele Menschen müssen auf die Straße gehen, damit die Politik endlich wirksame Maßnahmen gegen die Erderhitzung ergreift? Diesen Fragen ist ein Team um die Politikwissenschaftlerin Erica Chenoweth aus Harvard nachgegangen. Die Ergebnisse der Studie stellt die BBC jetzt in einem Text vor.

Chenoweth und Kollegen haben sich zahlreiche Fälle angeschaut, in denen friedliche und gewalttätige Proteste der Bevölkerung Regierungen zum Rückzug gezwungen haben, darunter auch den Fall der DDR. Daraus haben sie eine Zahl abgeleitet: Nur etwa 3,5 Prozent der Bevölkerung sind nötig, um einen tiefgreifenden politischen Wandel einzuleiten – Wasser auf die Mühlen der Aktivisten von Extinction Rebellion, die sich laut BBC auf die Arbeit von Chenoweth beziehen.

Die Wissenschaftler haben auch herausgefunden, dass friedliche Proteste etwa doppelt so erfolgreich sind wie gewaltsame. Sie erklären das damit, dass es bei gewaltfreien Aktionen leichter ist, die kritische Masse an Menschen zu mobilisieren. Bloßes Demonstrieren reicht allerdings oft nicht. Bestes Instrument ist Chenoweth zufolge ein Generalstreik.

So interessant die Studie ist, so hat zumindest der Artikel aber leider einen blinden Fleck: Gilt die 3,5-Prozent-Regel auch für diejenigen, die die Gesellschaft von Rechtsaußen aus verändern wollen?

Die „3,5-Prozent-Regel“: Wie eine kleine Minderheit einen radikalen Wandel auslösen kann
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Kommentare 2
  1. Gaby Feile
    Gaby Feile · Erstellt vor 2 Monaten ·

    Passt doch gut zum Datum 9. Oktober: Leipzig feiert 30 Jahre friedliche Revolution.

  2. Hansi Trab
    Hansi Trab · Erstellt vor 2 Monaten · Bearbeitet vor 2 Monaten

    Ich würde es nicht unbedingt einen "blinden Fleck" der Studie nennen. Objekt der Untersuchung waren ja, so wie ich es verstehe, Bewegungen gewaltlosen Widerstands gegen nicht-demokratischen Regime, bzw. illiberale, rassistische politische Strukturen (Bürgerrechtsbewegung USA). Chenoweth vermutet selbst - und ich denke, das ist eine ziemlich einleuchtende Vermutung - das hinter Bewegungen, die die 3,5% aktiver Beteiligung überwinden, wahrscheinlich ein großer Bevölkerungsanteil steht, der die Ziele der Bewegung schweigend teilt.

    Da rechte Bewegungen meist gegen Demokratien agieren, eine Herrschaftsform, die in der Regel einen hohen gesellschaftlichen Zuspruch erfährt, sollte sich schließen lassen, dass rechte Bewegungen erstens einen wesentlich höheren Mobilisierungsgrad an aktiven Demonstranten erreichen müssen als Bewegungen, die sich gegen nicht-demokratische Regime richten und zweitens aufgrund des hohen Mobilisierungsgrads und des letztendlich notwendigen Umsturzes zwangsläufig in Gewalt eskalieren würden. Wollen sie nicht gewaltätig sein, müssen sie sich zum Schein ein demokratisches Gewand geben und den Gang durch die Institutionen anstreben, um Kultur, Medien und Justiz gegen die später geplante Machtübernahme wehrlos zu machen. Das ist ja die Strategie, die aktuell auch die AfD fährt.

    Bei der Extinction Rebellion ist das anders und deshalb ähnelt sie stärker den oben beschriebenen Bewegungen. Sie richtet sich auf ein mehr oder weniger "common sense"-Anliegen, das von der Politik lediglich noch nicht die verdiente Form der Aufmerksamkeit bekommt. Sprich sie hat potentiell den notwendigen gesellschaftlichen Rückhalt für ihre Ziele, um bei Erreichung der 3,5% die Kettenreaktion auszulösen, die notwendig ist, um auch die Politik zu kippen.

    Sie darf halt nur nicht gewaltätig werden, sonst würde sie sich diesen Zuspruch schnell wieder verspielen. Aktuell bin ich da sehr skeptisch, ob sie diesen selbst gesteckten Anspruch erfüllen kann, sprich diese Mäßigung hinbekommt.

    Hier noch ein TED-Video von Erica Chenoweth, in dem sie ihre Befunde noch einmal anschaulich darstellt. Sehr schön am Schluss v.a. ihr Plädoyer für eine veränderte Schulbildung: "what if our social studies textbooks emphasize Ghandi and King in the first chapter rather than as an afterthought..."

    https://www.youtube.co...

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