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Klima und Wandel

Nick Reimer
diplomierter Energie- und Umweltverfahrenstechniker, Wirtschaftsjournalist und Bücherschreiber
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piqer: Nick Reimer
Samstag, 26.01.2019

Deutschlands Kohleausstiegsplan bis 2038 steht

Die Kohlekommission hat gesprochen: Deutschland soll nach dem Willen des 28-köpfigen Gremiums bis spätestens Ende 2038 die Stromgewinnung aus Kohle beenden. Darauf einigte sich die Kommission nach zähem Ringen am frühen Samstagmorgen bei nur einer Gegenstimme. Bis 2022 sollen demnach sieben Gigawatt fossile Kraftwerksleistung abgeschaltet werden, bis 2030 sollen dann weitere sechs Gigawatt Braunkohlekraft und sieben Gigawatt Steinkohlekraft vom Netz. Insgesamt wären dann noch Kohlekraftwerke mit einer Kapazität von 17 Gigawatt am Netz, der letzte Kohleblock soll 2035 bis 2038 vom Netz. Zudem fließen in den kommenden 20 Jahren 40 Milliarden Euro an Strukturhilfen in die Kohle-Regionen.

Beschlossen wurde zudem die Rettung des Hambacher Forstes. Dies sei ein wichtiger Meilenstein, sagt Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser im Deutschlandfunk:

Der Wermutstropfen für uns war allerdings, dass 2038 erst Schluss sein soll. Da soll Anfang der 30er-Jahre noch mal drauf geguckt werden – und wir gehen davon aus, dass bereits 2035 dann real Schluss sein wird.

Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie, Michael Vassiliadis, sagte ebenfalls im Deutschlandfunk, das Ergebnis sei ausgewogen:

Das ist natürlich ein Wandel, der wirklich eine Menge abverlangt, auch einer Gewerkschaft wie der IGBCE. Wir müssen mit den Beschäftigten über sehr, sehr viel Veränderung sprechen, wir muten ihnen einiges zu, wir haben auch Schutz und Leistungen für sie organisiert.

Umweltschützer kündigten umgehend Protest an. ein Kohleausstieg bis 2038 sei "kein gesellschaftlicher Konsens", urteilt 350.org. Die Industrie sprach von "Durchbruch" und "Planungssicherheit"

Jetzt liegt es an der Bundesregierung, den Beschluss der Kohlekommission in Recht und Gesetz zu gießen. Noch einmal Greenpeace-Mann Kaiser:

Ich glaube, wenn gemeinsame Empfehlungen und den Gewerkschaften, von den Umweltverbänden, aber auch den Industrieverbänden kommen, kann die Bundesregierung nicht daran vorbeigehen.

Deutschlands Kohleausstiegsplan bis 2038 steht
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Kommentare 5
  1. Daniela Becker
    Daniela Becker · Erstellt vor etwa einem Jahr ·

    Ich habe gerade aus Versehen auf den Runtervote-Button gedrückt und vermutlich will mein Unterbewusstsein damit mitteilen wie zwiegespalten ich bei diesem Kompromiss bin.

  2. Sven Buchien
    Sven Buchien · Erstellt vor etwa einem Jahr ·

    Im Spiegel-Artikel steht nur, dass der Erhalt des Hambacher Forstes wünschenswert wäre, was für mich noch keine Rettung ist. Es stärkt zwar die Partei, die den Forst retten will, aber für die Gegenseite ist das keinesfalls bindend.

    Ich verstehe auch nicht, warum die Energieversorger für die Abschaltung der Kraftwerke entschädigt werden sollten. Es ist ein notwendiger Strukturwandel, den die Energieversorger schon hätten lange vollzogen haben können, wenn sie nicht nur auf den Profit achten würden.

  3. Dominique Lenné
    Dominique Lenné · Erstellt vor etwa einem Jahr ·

    Hm , na ja, besser als nichts. Aber konsequent sieht anders aus. Die Kohleländer wissen seit 20 Jahren, dass die Braunkohle keine Zukunft hat. Jedenfalls hätten sie es wissen können.

  4. Fabian Goldmann
    Fabian Goldmann · Erstellt vor etwa einem Jahr ·

    Im Spiegel klingt das mit der Rettung des Hambacher Forsts nicht so eindeutig: "Einen Stopp der Rodungen im Hambacher Forst hält die Kommission für 'wünschenswert', spricht sich aber nicht explizit für den Erhalt des Waldes aus."

  5. Nick Reimer
    Nick Reimer · Erstellt vor etwa einem Jahr ·

    Martin Kaiser spricht im Deutschlandfunk explizit davon, "dass heute der Wald gerettet ist." Kaiser ist Mitglied der Kommission (Link: https://www.kommission...), seine Einschätzung ist also aus der ersten Hand und darauf vertraue ich.

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