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Klima und Wandel

Dominique Lenné
Dominique Lenné
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Mittwoch, 19.06.2019

Deutsche Onshore-Windindustrie kollabiert

Während die Kohle auf der Intensivstation am Leben erhalten wird, können wir nun nach dem Zusammenbruchs der deutschen Photovoltaikindustrie den der Windenergie beobachten. Diese beschäftigte 2016 160.000 Menschen, davon 133.000 im Onshorebereich (Quelle)

2017 hatten wir mit 5,3 GW Zubau das bisherige Maximum. Dieses wurde dann auf 2,9 GW gedeckelt, erreicht wurden aber 2018 nur noch 2,4 GW (Quelle). Nach Quellen aus dem PIQ wird der onshore-Zubau 2019 sicher unter 2 GW bleiben, möglicherweise sogar unter 1 GW. 

Ein Problem liegt in den Auktionen. Von Projekten mit insgesamt 1,35 GW ausgeschriebener Leistung wurde 2019 bisher nur für 0,75 GW ein Zuschlag gegeben.

Für das +1,5°C - Ziel bräuchten wir 9 GW pro Jahr (Quelle).

Die Genehmigungsbehörden seien unterbesetzt, weshalb der Prozess bis zu 300 Tage dauere.

Die mit den Auktionssystem verbundenen Hürden können nur von großen kapitalstarken Firmen überwunden werden. Hohe Genehmigungs- und Auktionsgebühren, die bei einem Misserfolg verloren sind, sowie die lange Zeit, bis das erste Geld zurückfließt, verteuern die Projektentwicklung insgesamt und können von Gemeinden, Genossenschaften und kleinere Firmen nicht verkraftet werden. Dementsprechend sind diese aus dem Markt für neue Projekte raus.

Dies vergrößert die Akzeptanzprobleme der Windenergie. Projekte lokaler Genossenschaften genießen ein viel höhere Akzeptanz als solche von Konzernen.

Zunehmend restriktive Genehmigungsregeln, wie in NRW und Bayern, wo große Mindestabstände zu bewohnten Häusern festgelegt wurden, bewirken, dass es kaum noch Standorte für neue Projekte gibt. Der Wettbewerb heute geht nicht mehr um den besten Strompreis, sondern um Standorte und Genehmigungen. 

Deswegen wird die Forderung nach weniger restriktiven Regeln und der Wiedereinführung des Feed-in-Tarifs erhoben, so dass auch kleinere Akteure mitspielen können.

Es gibt allerdings wahrscheinlich eine Ausweitung im Offshorebereich mit eine Ziel von 2 GW pro Jahr. Das wird aber nicht reichen.

Deutsche Onshore-Windindustrie kollabiert
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Kommentare 4
  1. Frederik Fischer
    Frederik Fischer · Erstellt vor 5 Monaten ·

    Sehr spannend. War mir nicht bewusst. Windenergie ist wirklich tricky. Ich bin momentan viel im ländlichen Raum unterwegs und mir nicht sicher, ob wir nicht doch einen zu hohen Preis bezahlen für die Windenergie - und zwar im Sinne des Grolls der Bürger. Ich kann das selbst als Befürworter der Energiewende (was auch sonst?) nachvollziehen. Diese Dinger verschandeln die Landschaft schon gehörig.

    1. Dominique Lenné
      Dominique Lenné · Erstellt vor 5 Monaten ·

      Ich hasse die Dinger auch in der Landschaft, muss ich sagen, obwohl ich nun wirklich ein Pro-Klima-Mensch bin.
      Wenn man darüber nachdenkt, war es abzusehen, dass die Stellplätze einmal ausgehen würden. Mit laxeren Vorschriften und Repowering kann man noch einmal eine Menge herausholen, aber die Grenze für Windenergiegewinnung an Land ist schon sichtbar. Ob wir noch eine Verdopplung der installierten Leistung hinkriegen ist fraglich. Dazu kommt dann der Offshorewind, was gut ist. Aber letzten Endes ist irgendwann Schluss. Mit Solarstrom sieht es anders aus, hier ist noch keine flächenmäßige Grenze sichtbar. Man denke nur an all die Dächer. Letztlich muss glaube ich doch am Verbrauch geschraubt werden. Für diesen Verbrauchsstandard sind wir einfach zu viele Menschen. Alle sagen: Verkehr elektrisch, dann Heizung elektrisch... Das setzt eine riesige Stromerzeugung voraus. Ich sehe das einfach nicht.
      Mit Heizung und Warmwasser kann man zum Beispiel mit einer Kombination aus Solarwärme (ja, die kann man zumindest teilweise saisonal speichern) und radikaler Wärmeisolierung weiterkommen. Aber beim Strom muss schätze ich der Verbrauch runter - oder zumindest nicht erhöht werden.

    2. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · Erstellt vor 5 Monaten ·

      @Dominique Lenné Interessanter Punkt. Dazu habe ich mir ehrlich gesagt bislang auch keine Gedanken gemacht.
      Zum Speicher: Das kommt mir viel zu kurz: Wie du sagst: Solarstrom ist besser skalierbar als jede andere Energieform. Wenn es uns gelingt, die bislang eher mittelmäßige Speichertechnologie zu verbessern, könnten wir uns deutlich unabhängiger von Windkraft machen.

    3. Dominique Lenné
      Dominique Lenné · Erstellt vor 5 Monaten ·

      @Frederik Fischer An Speichern ist noch einiges in der Pipeline. Power-to-Gas und dann Rückverstromung hat zwar einen bedauerlichen Wirkungsgrad, kann aber heute schon gemacht werden. Sehr vielversprechend finde ich Redox-Flow-Zellen, hier werden wahrscheinlich bald die Kosten um 5 ct/kWh liegen und es wird kein Lithium gebraucht! Keine Selbstentladung, große Kapazitäten möglich, wenn das man alles so stimmt wie angepriesen. Paar Jahre wirds aber noch dauern.

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