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Klima und Wandel

Ralph Diermann
Energiejournalist
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piqer: Ralph Diermann
Mittwoch, 11.05.2016

Datenschatz: Interaktive Grafiken zu Stromerzeugung, -verbrauch und -preisen – fast in Echtzeit

Neuer Rekord für die erneuerbaren Energien: Am vergangenen Sonntag deckten sie zur Mittagszeit fast neunzig Prozent des deutschen Strombedarfs. Sonnenschein von Flensburg bis Füssen, dazu ein ordentlicher Wind und nicht zu vergessen ein vergleichsweise niedriger Stromverbrauch – das waren beste Bedingungen für die Erneuerbaren. Selbst nachmittags um 17 Uhr deckten sie noch 73 Prozent des Bedarfs.

Doch auch die Kohlekraftwerke speisten am Sonntag kräftig Strom ins Netz, obwohl er dort gar nicht benötigt wurde. Zwar drosselten die Betreiber die Leistung der Kohlemeiler zeitweise auf sieben Gigawatt. Weniger ist jedoch kaum möglich, da die Braunkohlekraftwerke recht unflexibel sind. In der Folge drehte der Strompreis für sieben Stunden ins Negative. In der Spitze wurden am Sonntag neun Gigawatt Strom ins Ausland exportiert.

Wer solche Zahlen spannend findet, sollte sich mal das „Agorameter“ anschauen – ein interaktives, nutzerfreundliches Online-Tool, das aktuelle (zum Teil mit nur zwei Stunden Verzögerung) und historische Daten zu Stromerzeugung, -verbrauch, -preisen und -exporten visualisiert. Wie viel Strom erzeugen gerade die Kohle- und Atomkraftwerke, wie viel Biogasanlagen und Windparks? Und wie wirkt sich das auf die Preise an der Strombörse aus? Wie reagieren die Betreiber der Kohlekraftwerke auf eine hohe Einspeisung der Erneuerbaren? Müssen wir Strom importieren, wenn die Sonne nicht scheint und kein Wind weht? Und was machen eigentlich die Gaskraftwerke, die zuletzt ja so sehr unter den niedrigen Börsenpreisen litten? Fragen wie diese lassen sich mit dem Instrument auf einen Blick beantworten.

Das Tool wurde vom Berliner Think Tank Agora Energiewende entwickelt. Agora Energiewende wird von der Stiftung Mercator und der European Climate Foundation (ECF) finanziert.

Datenschatz: Interaktive Grafiken zu Stromerzeugung, -verbrauch und -preisen – fast in Echtzeit
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