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Klima und Wandel

Nick Reimer
diplomierter Energie- und Umweltverfahrenstechniker, Wirtschaftsjournalist und Bücherschreiber
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piqer: Nick Reimer
Montag, 14.11.2016

Das weltweite Wachstum des Treibhausgas-Ausstoßes stagniert - fast

Egal ob nun 1,5 oder 2 Grad-Ziel: Klar ist, dass dafür die weltweiten Emissionen drastisch sinken müssen. Notwendig dafür ist aber, dass ihr ständiges Wachstum erst einmal gestoppt wird.

Glaubt man den Forschungen des "Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change" könnten wir diesen Punkt gerade erleben. Laut Berechnungen wird der Treibhausgas-Ausstoß in diesem Jahr etwa bei 36,4 Gigatonnen Kohlendioxidäquivalente liegen. Das sind nur noch 0,1 Gigatonne mehr als 2015 (im vergangenen Jahr 36,3 Gigatonnen) und 0,2 Gigatonnen mehr als 2014 (damals 36,2 Gigatonnen).

Im vergangenen Jahrzehnt lag die Zuwachsrate der Emissionen im Schnitt noch bei rund 2,3 Prozent jährlich. Sowohl das 1,5 oder 2 Grad-Ziel waren angesichts dieses Wachstums nur theoretische Überlegungen. Wenn jetzt tatsächlich ein Peak erreicht wird, hätte die Wissenschaft neues Futter: dann könnte berechnet werden, welche jährlichen Reduktionsschritte für die Ziele notwendig wären.

Die Arbeiten des "Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change" zeigen übrigens einmal mehr, wie zukunftsunfähig unser Lebensstil ist: In Deutschland sind im Jahr 2015 die Emissionen trotz der Unterstützung für die Erneuerbaren nicht gesunken, sondern wieder um 0,7 Prozent gestiegen. Ähnlich sieht es auf der europäischen Ebene aus. Auch der Ausstoß der EU ist von 2014 auf 2015 um circa 1,4 Prozent gewachsen.

Die 28 Staaten stellen damit gemeinsam noch immer den weltweit drittgrößten Emittenten dar, obwohl auf politischer Ebene doch immer über den Klimaschutz debattiert wird. Es passiert aber praktisch viel zu wenig: Die EU ist für etwa zehn Prozent des globalen Treibhausgas-Ausstoßes verantwortlich.

Dagegen war in China, das mit circa 29 Prozent der weltweit größte Emittent ist, 2015 eine Reduktion des Treibhausgas-Ausstoßes von etwa 0,7 Prozent zu beobachten, in diesem Jahr wird er um 0,5 Prozent sinken.

Die Daten werden heute auf der Klimakonferenz in Marrakesch vorgestellt.

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