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Klima und Wandel

Daniela Becker
Umweltwissenschaftlerin und Journalistin
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piqer: Daniela Becker
Mittwoch, 14.06.2017

Das sind die 20 fahrradfreundlichsten Städte der Welt

Mikael Colville-Andersen ist Stadtplaner und Fahrradlobbyist; sein Unternehmen „copenhagenize design company“ stellt seit sechs Jahren ein Ranking der fahrradfreundlichsten Städte der Welt zusammen.

Ganz oben stehen in diesem Jahr Kopenhagen (Dänemark), wo inzwischen 62 Prozent aller Bewohner mit dem Rad zur Arbeit oder Bildungsstätte pendeln (Auto: 9 Prozent), sowie die beiden niederländischen Städte Utrecht und Amsterdam. Berlin belegt den 10. Platz, München hat sich auf den 15. Platz vorgearbeitet, dahinter noch Hamburg auf dem 17. Platz.

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ist keine völlig exakte Wissenschaft und die Aktion ist natürlich auch ein Marketinginstrument von copenhagenize. Nichtsdestotrotz finde ich sie empfehlenswert, weniger wegen des Ranking an sich, sondern wegen der Bewertungskriterien, die das copenhagenize-Team entwickelt hat.

Darunter:

  • Wie hoch ist der Anteil des Radverkehrs im Modal Split?
  • Gibt es spezielle Fahrradinfrastruktur? (Gesicherte Fahrradwege, Abstellmöglichkeiten, Platz in Bussen und Bahnen etc.)
  • Gibt es ein flexibles Leihradsystem?
  • Welche Verkehrsberuhigungsmaßnahmen wurden durchgeführt?
  • Wie hoch ist die gefühlte Sicherheit? (U.a. gemessen an der Zahl der Helmträger und der zahlenmäßigen Verteilung zwischen männlichen und weiblichen Radlern. Ein hoher weiblicher Anteil deutet auf hohe gefühlte Sicherheit hin)
  • Wie ist die soziale Akzeptanz von Radfahrern?
  • Gibt es eine politische Agenda zur Förderung des Radverkehrs?

Es lohnt sich, die Liste mal im Kopf für die eigene Stadt durchzugehen. Denn damit kann man klarer benennen, warum in deutschen Städten trotz vielfacher politischer Bekundungen klimafreunlichen und gesundheitsfördernden Fahrrad- und Fußgängerverkehr zu begünstigen nach wie vor einiges im Argen liegt.

Und warum sich innerstädtischer Verkehr oft mehr nach Nahkampf als einer entspannten Fahrt von A nach B anfühlt.

Das sind die 20 fahrradfreundlichsten Städte der Welt
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Kommentare 5
  1. Dirk Liesemer
    Dirk Liesemer · vor mehr als einem Jahr

    Ganz nett, aber wenn es Berlin sogar auf Platz zehn schafft ... Außerdem fehlt Münster.

    1. Daniela Becker
      Daniela Becker · vor mehr als einem Jahr

      Ja, da ist noch viel Luft nach oben...
      (Dass Münster fehlt, liegt, glaube ich, an den Auswahlkriterien für die Städte: "Choosing cities that have populations over 600,000 in the metro area and adding certain cities that may not fit that profile but have a regional or national profile that makes them relevant (for example Malmö or Ljubljana)." Siehe FAQ auf der verlinkten Seite.)

    2. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · vor mehr als einem Jahr

      @Daniela Becker Ach ja, das Kleingedruckte, glatt übersehen.

  2. Ralph Diermann
    Ralph Diermann · vor mehr als einem Jahr

    Fahrradparkhäuser, Leihradsysteme, Verkehrsberuhigung - das ist ja alles schön und gut. Wirklich fahrradfreundlich wird eine Stadt aber erst dann, wenn der Autoverkehr zurück gedrängt wird. Denn der städtische Raum ist nun mal begrenzt. Und Platz für Räder lässt sich nur auf Kosten der Autos schaffen. Der Artikel (also die Studie, vermute ich mal) mogelt sich ziemlich um diesen Punkt herum. Aber damit sind die Autoren ja längst nicht allein. Viele Kommunen - die selbst ernannte Radlhauptstadt München vorneweg - sind nur so weit bereit, den Radverkehr zu fördern, wie der Autoverkehr nicht eingeschränkt wird. In Städten wie Kopenhagen, Utrecht oder Amsterdam mag das anders sein. Aber in Deutschland?

    1. Daniela Becker
      Daniela Becker · vor mehr als einem Jahr

      Du hast absolut Recht, das ist der Punkt mit dem alles steht und fällt. Allerdings würde ich nicht sagen, dass die Autoren sich um diesen Punkt herummogeln, sondern das fällt unter die Punkte „Verkehrsberuhigung“ und wieviel „Fahrradstruktur“ gibt es. Beides geht immer einher damit, dem PKW-Verkehr Platz wegzunehmen.
      Ich glaube, man darf sich nicht davon irritieren lassen, dass Städte, die man als Radfahrer als schlecht bewertet (etwa Berlin oder München), so hoch gerankt werden. Das ist einfach der Tatsache geschuldet, dass insgesamt von einem sehr niedrigen Niveau gestartet wird.