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Klima und Wandel

Das Problem mit den Carbon-Removal-Technologien

Sara Schurmann
Freie Journalistin
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Sara SchurmannMontag, 23.05.2022

Im dritten Teil des aktuellen IPCC-Reports wird ein Thema erstmals richtig groß gemacht: Technologien, die CO2 wieder aus der Luft ziehen sollen.

Sie waren schon in früheren Berichten mit einberechnet, und ja, wir haben uns mittlerweile so weit in die Krise manövriert, dass wir alle Optionen gebrauchen können, um die Auswirkungen abzumildern.

CDR-Technologien werden zunehmend als Lösung präsentiert und auch so diskutiert. Aber: Die Technologien und auch die Debatten darum haben diverse Haken. Den aktuellen Stand der Forschung und der Diskussion fasst die Helmholtz-Klima-Initiative sehr gut kurz in einem YouTube-Video zusammen.

Genevieve Guenther, Expertin für Klimakommunikation und Fossile Desinformation und Expert Reviewer des IPCC, geht da noch mehr ins Detail:

"But part of the reason we are about to exceed 1.5 degrees Celsius is that these scenarios have acted as self-fulfilling prophesies. The scenarios have created the whole idea of carbon removal to show policymakers how we could continue to use fossil fuels and, supposedly, still hit our climate targets by 'reversing' global heating with massive amounts of CDR technology. Instead of modeling how to stop using coal, oil, and gas in time to halt warming directly, they have told policymakers 'we need CDR,' offering maps that have led us right to the levels of warming we will see in the coming decades."

Außerdem spricht sie ein sehr grundlegendes Problem an, das viele Klimamodelle haben:

"The models aren’t pricing in the risk that CDR might fail. Nor do they price the risks of the way that building and deploying planetary-scale CDR might compete with other industries or constrain energy supplies. They don’t consider the possibility that global heating might lead to fire or flood destroying bioenergy crops, making CDR itself more expensive and difficult. The integrated assessment models also assume that the economy is and will remain at full capacity, frictionless, and cost-optimized. And they take for granted the economy will continue to grow exponentially despite global heating, because they estimate climate damages will cost only a few percentage points on the margins. And so they imagine that everyone will be richer later this century, which allows them to find that removing carbon dioxide later will be relatively cheaper than phasing out fossil fuels now."

Warum ihr solch einen nerdigen Text lesen solltet? Nun ja, weil es auch über eure Zukunft entscheidet, wie wir als Gesellschaften damit umgehen und welche Risiken wir eingehen wollen und welche nicht. Eine Debatte, die wir dringend öffentlicher führen müssen.

Das Problem mit den Carbon-Removal-Technologien

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Kommentare 3
  1. Dominik Lenné
    Dominik Lenné · vor einem Monat

    Also ich bin absolut nicht gegen nerdige Texte ab und an! Es sind die nerdigen, die rauen Texte, sozusagen die Quellen, die uns den Kontakt zu den Fakten geben - mehr als von wohlformulierenden Journalist|inn|en geschriebene unterhaltsame Reportagen. Sie kosten allerdings viel Zeit, die wir nicht haben für alle Texte, insofern brauchen wir dann doch die Kompilationen.
    "nature based solutions" für carbon capture ist ein Geniestreich in PR, also wirklich. Das geht so leicht und vollmundig von der Zunge, das flötet so süß in die Ohren...
    Mittlerweile ist man von Nordhaus' +3°-"ökonomischem Optimum" weg und liegt eher bei 2°, siehe etwa https://www.piqd.de/kl....
    Auch der Aspekt, dass die Forscher ihre IAMs nicht als "maps oto the future" ansehen, viele Politiker aber sehr wohl, ist interessant. Wir *brauchen* "maps to the future", auch wenn wir wissen, dass sich die Zukunft nicht genau nach ihnen richten wird.

  2. Leon Leuser
    Leon Leuser · vor einem Monat

    Danke Sara für den spannenden und wichtigen Text. Beschäftige mich schon länger mit CDR, seitdem ich beim berechnen der Planetaren Grenzen auf Ebene Deutschlands gemerkt habe, dass wir kaum noch drum rum kommen.
    Die Kritik und Warnung vor CDR ist auf der einen Seite natürlich richtig, insb. mit Blick auf die IPCC-Szenarien des vergangenen Jahrzehnts die uns dadurch in Sicherheit wogen.
    Auf der anderen Seite kommen wir nun eigentlich nicht mehr drum herum CDR-Technologien zu entwickeln und anzuwenden, wenn wir 1,5 bzw. selbst 2 Grad erreichen wollen, oder wie siehst du das?

    Eine zentrale Frage bleibt für mich jedoch offen: wer soll für Aufbau und langfristigen Betrieb einer solchen "Geldverbrennungsanlage" bezahlen...?

    1. Sara Schurmann
      Sara Schurmann · vor einem Monat

      Hallo Leon, ich finde, das Video von der Helmholtz-Klima-Initiative fasst es sehr gut zusammen: Wir brauchen CDR auf jeden Fall, angesichts dessen wie sehr damit spekuliert wird, ist auch nicht nachvollziehbar, dass die Erforschung und Entwicklung nicht viel offensiver gefördert wird. Aber: Es wird schon ein ziemlicher Kraftakt werden, damit die residualen Emissionen auszugleichen, dass wir durch CDR wirklich mehrere Zehntelgrad wett machen können, ist bisher absolut spekulativ. Meine Meinung: So oder so braucht es noch immer einen gewaltigen gesellschaftlichen Bewusstseinswandel, einerseits um die nötigen Einsparungen hinzubekommen, andererseits wäre dann auch die Finanzierungsfrage keine große Frage mehr – wenn mehr Menschen begreifen, wie akut die Lage ist.

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