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Klima und Wandel

Michael Bukowski
Freier Texter, Konzeptioner, Campaigner
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Michael Bukowski
Community piq
Montag, 03.12.2018

Klimawandel – jetzt noch krasser!

Dieser Text scheint zunächst eine beleidigende Polemik für alle zu sein, denen klar ist, dass wir nicht einfach nur den Verbrennungsmotor durch E-Antriebe ersetzen müssen etc. – und die Welt wäre gerettet. Wer sich mit dem Thema Klimawandel drei Texte und fünf Gedanken beschäftigt hat, weiß, dass wir letztlich unser komplettes Betriebssystem aufbohren und wieder neu zusammensetzen müssen. Inklusive Abschied vom Wachstumsfetisch, grotesk steigendem Energieverbrauch, exzessiv sinnlosem Konsum und so weiter.

Trotzdem verlocken die im Text genannten "grünen Lügen" für einen Moment dazu, jetzt aber wirklich aufzugeben und zu sagen: "Kommt Kinder, der Drops ist gelutscht. Lasst uns die letzten Tage der Menschheit genießen. Und wenn unsere Kinder sich bei uns über den Schlamassel beschweren wollen, sind wir längst tot. Haha!"

Denn: Wasserkraft ist jetzt auch schlimm, Biomasse erst recht. Und wir fallen kollektiv auf einen gigantischen Marketing-Coup herein, der uns eine heilsbringende Industrie verspricht, die letztlich auch nicht weniger destruktiv ist als die alte. Das kann ich im Detail nicht beurteilen, staune aber gerne erstmal. Und selbst wenn das stimmen sollte, bliebe die Frage, ob diese Technologien oder auch "grünen Lügen" nicht trotzdem brauchbare Krücken für den vor uns liegenden Weg sind.

Und ich würde noch kritisieren, dass der Text immer dann viel zu vage bleibt oder moralisch wird, wenn es um den "Diebstahl an der Natur" geht. Das kann man noch viel konkreter sagen: Würden wir wie durch ein Wunder ab morgen keine Treibhausgase mehr emittieren, aber weiterhin die Natur vergewaltigen, vergiften, versiegeln, vermüllen etc., würden wir damit uns selbst ebenfalls killen – ganz ohne Klimawandel!

Wie auch immer: lesenswert, finde ich.

Klimawandel – jetzt noch krasser!
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Kommentare 4
  1. Moritz Orendt
    Moritz Orendt · vor 7 Tagen

    Habe beim Lesen auch gestaunt und von den hier beschriebenen fiesen Fakten der "grünen" Energien auch das Ausmaß nicht geahnt.

    Konnte mir auch nicht vorstellen, dass "70% of Germany’s “renewable energy” comes from biomass" stimmt. Zumindest das lässt sich ja relativ schnell überprüfen: www.umweltbundesamt.de/themen/kl...

    Sind zwar eher so 55%, aber trotzdem krass viel.

  2. Daniela Becker
    Daniela Becker · vor 7 Tagen

    Finde den Text leider sehr destruktiv und daher auch nicht empfehlenswert. Natürlich hat jegliche Form erneuerbare Energie auch einen Impact auf die Natur, aber man muss bei den einzelnen Formen sehr stark differieren, das bekommt der Text schon mal gar nicht hin. Der Autor schießt sich dann auf „Biomasse“ ein, und ja, natürlich gibt es da zahlreiche Probleme. Aber allein in dem Bereich gibt es halt bestimmt 15 verschiedene Energieerzeugungsformen, auch alle mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen. Die alle über einen Kamm zu scheren ist aus meiner Sicht nicht klug. Auch wenn die Menschheit zur Vernunft kommt und Wirtschaft nicht immer nur noch um jeden Preis wachsen soll, werden wir Energie benötigen. Wenn man erstmal alles schlecht redet, hat man als Autor auch die Verantwortung zu erklären, wie es dann funktionieren soll. So erzeugt der Text nur eine komplette Frustration (bei mir). Wachstumskritik gerne. Aber nicht so.

    1. Michael Bukowski
      Michael Bukowski · vor 7 Tagen

      Ja, kann ich nachvollziehen. Aber ich sehe den Text eher als Polemik und kritisiere ja auch, dass er allen Aktivisten unterstellt, blind die eine durch die andere Technologie ersetzen zu wollen. Trotzdem finde ich den Impuls heftig, aber gut, dass wir noch fundamentaler im Sinne des Planeten denken müssen.

  3. Veit Nottebaum
    Veit Nottebaum · vor 6 Tagen

    Kritisch hinterfragen. Ja! Wird hier erledigt. Und öffnet sicher auch noch mal ein Stück weit die Augen für die Motive. Beim Lesen wartete ich aber auch (Daniela hat es angesprochen) auf die Alternativen! Der Autor kritisiert seinen Gesprächspartner für's "Rumhängen", aber realistisch in irgendeine Richtung anwendbar sind seine Vorschläge ja nun auch nicht.
    Für eine Polemik taugt's. Von der Überzeugung, mit einem (möglichst!) grünen Energiemix und langem Atem unsere Biosphäre so gut wie möglich zu erhalten und nachhaltige Wirtschaftweisen aufzubauen, bringt er mich damit aber nicht ab.