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Klima und Wandel

Chinas Umweltwunder - auf Propaganda gebaut?

Thomas Wahl
Dr. Phil, Dipl. Ing.
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Thomas WahlDonnerstag, 01.07.2021

Als Xi Jinping 2015 seine Rede auf dem Pariser Klimagipfel hielt, keimte die Hoffnung im Westen, nun schnell den CO2-Ausstoß global reduzieren zu können. Franka Lu, eine chinesische Journalistin und Unternehmerin, schreibt zu ihrer Sicherheit unter Pseudonym und warnt vor dieser Hoffnung. 

Sie zitiert etwa "China Daily" als eine vor allem für das internationale Publikum  Zeitungen Chinas. In einem Artikel unter dem Titel "Schwedische Umweltschutz-Prinzessin: Es ist Zeit, den CO2-Fußabdruck zu reduzieren" sieht man gleich am Anfang 

ein unvorteilhaftes Foto von Greta Thunberg, es folgen heftige Ausfälle gegen diese "schwedische Frau", die es gewagt habe, China zu befehlen, seine CO2-Emissionen zu reduzieren. Der Artikel ist ein vollendetes Beispiel der Desinformation: Erst wird Chinas CO2-Ausstoß verteidigt, etwa mit dem Hinweis darauf, dass das Land die meisten Konsumprodukte der Welt produziere; dann wird Greta Thunberg attackiert, weil sie den CO2-Ausstoß der entwickelten Länder nicht kritisiere, was natürlich eine absurde Falschdarstellung ist.

Dann folgt ein Vergleich des Honkong-Giftes (eine Umschreibung für die verhaßte Demokratiebewegung Hongkongs) und dem Umweltschutz. Für Chinas öffentliche Meinung hängt beides zusammen.

Sie sind zwei verschiedene Schachfiguren in den Händen westlicher Politiker, die den Schwellenländern Ärger machen wollen. Das Hongkong-Gift kann die Entwicklung des größten Schwellenlands … beeinträchtigen, und die Umweltschutz-Prinzessin will da nicht zurückstehen: …

Franka Lu nennt zwei Illusionen des Westens bezüglich Chinas und seiner Rolle in der Klimakrise. Die erste - oft vertreten von politischen Funktionsträgern, Industrievertretern aber auch einigen China-Experten - ist die Idee vom "Engagement":
Weil Europa auf das Engagement Chinas bei Themen wie der Klimakatastrophe angewiesen ist, muss man bei anderen Themen große Vorsicht walten lassen, etwa bei der Kritik an Menschenrechtsverletzungen in Hongkong und Xinjiang oder aktuell angesichts der chinesischen Intransparenz bei der Frage nach dem Ursprung der Corona-Pandemie.
Damit läßt sich natürlich auch das "business as usual" wunderbar fortsetzen.
Die zweite Illusion wird
 eher von den jüngeren westlichen Generationen vertreten. Vom scheinbaren Versagen der demokratischen Länder des Westens in der Klimakatastrophe tief enttäuscht, liegt deren Hoffnung nun auf autoritär verfaßten Staaten:
Eine aktuelle Umfrage des Thinktanks European Council of Foreign Relations (ECFR) brachte das erschreckende Ergebnis, dass 53 Prozent der jungen Bürgerinnen und Bürger Europas in Sachen Klimaschutz autoritären Staaten mehr vertrauen als demokratisch verfassten. Es scheint mir sehr klar, dass sich das positive Image autoritärer Staaten in diesem Fall einer bestimmten Vorstellung von China verdankt. 
Diese Vorstellung ist gefährlich für den Westen und die Welt. Verstärkt sie doch den wahrscheinlich illusionären Glauben an die Einhaltung des 1,5 Grad-Zieles. Aber was will China in dieser Hinsicht wirklich leisten? Sicher leidet die chinesische Volk bitter an der Umweltverschmutzung, auch durch Kohlekraftwerke. Und es gab immer wieder Proteste dagegen. Die von der Staatsführung regelmäßig "zum Verschwinden" gebracht wurden. 

Zwar verkündete Xi Jinping 2015 in Paris, dass China den Höhepunkt seiner CO2-Emission etwa 2030 erreichen will.  Und 2020 verkündete er dann, dass China bis 2060 klimaneutral wäre. Franka Lu (und nicht nur sie) urteilt jedoch:
Das Versprechen der chinesischen Regierung für eine grünere Politik ist weder eine Reaktion auf Druck von Aktivistinnen noch des Westens. Die Regierung entscheidet, wann und wie und in welchem Tempo sie sich politisch bewegt, sei es vor oder zurück. Jedes westliche Signal in der Angelegenheit wird als feindlicher Versuch behandelt, die Herrschaft der kommunistischen Partei zu destabilisieren und den Fortschritt Chinas aufzuhalten.
Und immer geht es um Geld und die wirtschaftliche sowie technologische Führung:
Grüne Technologien versprechen hohe Gewinne, und die fuhr China schon ein, bevor es derlei Produkte im eigenen Land großflächig einzusetzen begann.  
Dazu kommt die westliche Doppelmoral:
Europa scheint nicht bereit, sich seiner selbstverschuldeten Blindheit zu stellen und freut sich über billige grüne Technologie aus China, die nur leider dort die Umwelt zerstört und so chinesische Bürgerinnen und Bürger Gesundheit und Leben kostet. Wie wir inzwischen wissen, kommt auch noch Zwangsarbeit in Xinjiang dazu.

Chinas Umweltwunder - auf Propaganda gebaut?

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