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Klima und Wandel

Kyoto-Protokoll

Das Kyoto-Protokoll von 1997 formulierte erstmals exakte Ziele für den Umweltschutz und zur Verminderung des Ausstoßes der klimaschädlichen Treibhausgase. Ziel ist es, die Anstrengungen zur Verringerung des Treibhausgasausstoßes zu verstärken und zu konkretisieren. Es ist aber nicht so, dass alle Staaten, und schon gar nicht die westlichen, wohlhabenden Staaten, mit aller Kraft zur Rettung der Menschheit ihre Ausstöße reduzieren - im Gegenteil!

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Das "Kyoto Protocol to the United Nations Framework Convention on Climate Change" (Kyoto-Protokoll) formulierte erstmals exakte Ziele im Umweltschutz und zur Verminderung des Ausstoßes der klimaschädlichen Treibhausgase. Im Dezember 1997 wurde das Kyoto-Protokoll von der 3. Konferenz der Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) verabschiedet. Es hat zum Ziel, die Anstrengungen zur Verringerung des Treibhausgasausstoßes zu verstärken und zu konkretisieren. Die Industriestaaten sowie die Staaten Mittel- und Osteuropas verpflichteten sich dabei, ihre Kohlendioxidemissionen zwischen 2008 und 2012 um insgesamt mindestens 5 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 1990 zu reduzieren.

Dabei konzentriert sich das Kyoto-Protokoll auf die sechs wichtigsten Treibhausgase Kohlendioxid, Methan, Distickstoffoxid, Hydrofluorkohlenwasserstoffe (HFCKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW) und Schwefelhexafuorid. Während die Reduktionen der ersten drei anhand des Basisjahrs 1990 errechnet werden, so gilt für die anderen drei langlebigen Industriegase entweder 1990 oder 1995 als Basisjahr. Ein Kilo Methan beeinflusst das Klima mehr als ein Kilo Kohlendioxid. Deshalb werden Senkungen der einzelnen Gase in CO2-Äquivalente umgerechnet und diese dann zu einem Gesamtwert aufaddiert.

1995 entfielen vier Fünftel aller Treibhausgasemissionen auf entwickelte Länder. Es wird insbesondere bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe ausgestoßen, allerdings spielt auch die zunehmende Entwaldung eine Rolle.

Methan, als zweitwichtigstes im Kyoto-Protokoll behandeltes Gas, entsteht durch den Anbau von Reis, die Haltung von Nutztieren wie z. B. Rindern und die Beseitigung bzw. Aufbereitung von Müll und menschlichen Abfällen. Laut UNFCCC sind die durch Methan verursachten Emissionen in den entwickelten Ländern unverändert oder rückläufig.

Der Distickstoffoxidausstoß beruht hauptsächlich auf der Verwendung von Dünger, auch hier sind die Emissionen allerdings stabil bzw. rückgängig. Die drei langlebigen Treibhausgase HFCKW, FKW und Schwefelhexafluorid wurden von der Industrie für spezielle Anwendungen geschaffen. Schwefelhexafluorid findet Verwendung als Isoliermaterial bei elektrischen Anwendungen, als Hitzeleiter und als Gefriermittel.

Im Kyoto-Protokoll verpflichteten sich die unterzeichnenden Staaten zu individuellen Emissionsreduktionszielen. Für die Europäische Union insgesamt wurde die Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen um 8 Prozent vereinbart. Staaten wie Russland oder Neuseeland hingegen müssen ihre Emissionen stabilisieren, Australien oder Norwegen beispielsweise können ihren Ausstoß sogar weiter erhöhen. Generell stellen die individuellen Ziele eine Art Kompromisslösung dar, die dem Entwicklungsstand der einzelnen Volkswirtschaften ebenso Rechnung tragen wie dem Emissionsausstoß der früheren Jahre.

Im Dezember 2002 ratifizierte Kanada als 99. Land das Kyoto-Protokoll, neben Deutschland und den anderen EU-Staaten hatten sich auch Japan und Australien dem Vertrag angeschlossen. Er sollte indes erst wirksam werden, wenn 55 Länder, die zusammen für mindestens 55 Prozent der Schadstoff-Emissionen im Jahr 1990 verantwortlich waren, unterzeichnet hatten. Mit der Ratifizierung durch Russland am 18. November 2004, das 1990 für 17,4 Prozent der Emissionen verantwortlich war, wurde diese Schwelle erreicht, so dass das Kyoto-Protokoll am 16. Februar 2005 in Kraft trat.

Bis 30. August 2006 hatten insgesamt 164 Staaten das Vertragswerk unterzeichnet und ratifiziert, sie sind gemeinsam für 61,6 Prozent der 1990 ausgestoßenen Emissionen verantwortlich. Aber auch wenn das Kyoto-Protokoll als bahnbrechendes Beispiel internationaler Umweltschutzinitiativen bezeichnet wird, hat die USA als weltweit größter Kohlendioxidemittent das Vertragswerk bisher nicht ratifiziert. Dies wäre insofern für den weitreichenden Erfolg bedeutsam, weil allein die USA mit 5 Prozent der Weltbevölkerung für 25 Prozent des Weltenergieverbrauchs und 23 Prozent der Welt-Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich ist.

Neben den festgelegten Zielen zum Ausstoß von Emissionen beinhaltet das Kyoto-Protokoll auch drei flexible Maßnahmen, mit denen sie erreicht werden sollen: Handel mit Emissionszertifikaten, Programm zur gemeinsamen Umsetzung und Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung.