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Klima und Wandel

Energiewende

Westlicher Wohlstand und Lebensstil benötigt viel Energie. Lange Zeit und immernoch wird diese Energie aus Erdöl und Kohle gewonnen. Diese Art der Energiegewinnung setzt große Menge des Treibhausgases CO2 frei - es wird wärmer auf der Erde, die Meeresspiegel steigen, die Wüsten wachsen, Flora und Fauna verändern sich dramatisch. Daher muss dringend eine Energiewende her, die Energie aus erneuerbaren und regenerativen Energiequellen zieht. Mit den Möglichkeiten und Herausforderungen der dringend nötigen Energiewende befasst sich dieser Kanal.

Weitere Informationen zum Thema Energiewende

Durch die Industrialisierung sind neben vielen Vorteilen für die betroffenen Menschen vor allem nachteilige Auswirkungen für die Umwelt entstanden. Die Probleme und Gefahren werden durch die ständig wachsende Weltbevölkerung noch weiter vergrößert. Dazu zählen die Verunreinigung der Luft durch Kohlen- und Schwefeldioxid sowie Stickoxide. Durch die Vermischung von Giftstoffen mit Wasser entsteht „saurer Regen“, der vor allem als Ursache für das Waldsterben gilt. Riesige Mengen von Kohlendioxid gelangen in die Atmosphäre und sind für den „Treibhauseffekt“ verantwortlich. Hinzu kommen Bodenverunreinigungen durch Düngemittel und Pestizide sowie Wasserverschmutzungen aufgrund von industriellen Abwässern und des Schiffsverkehrs. Die Atomindustrie wird in Verbindung zu kaum kalkulierbaren Umweltrisiken gebracht. Fachleute vermelden schon einen Klimawandel und weisen auf die Gefahren durch das Abschmelzen der Pole und zunehmende Wüstenbildungen hin.

Die Erklärungen im Rahmen internationaler Umweltgipfel und Kongresse weisen immer stärker darauf hin, dass im Zeichen der Globalisierung unbedingt grenzüberschreitende Maßnahmen zum Umweltschutz notwendig sind. Einzig die praktische Umsetzung lässt noch viel Handlungsbedarf übrig. Dies gilt vor allem für Vereinbarungen zur Begrenzung von Kohlendioxidemissionen.

Einen Meilenstein in dieser fatalen Entwicklung umweltschädigender Energieerzeugung stellt die Katastrophe von Fukushima dar. Seit diesen verheerenden Folgen haben sich die Meinungen zur Atomenergie nicht nur in der bundesdeutschen Bevölkerung und Politik fundamental geändert. Die Forderung nach einer Stilllegung der Atomkraftwerke wurde immer nachdrücklicher artikuliert.

Mit dem Beschluss der Bundesregierung zur Energiewende soll der Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen Rechnung getragen werden. Durch eine elementare Veränderung der Energieversorgungssysteme soll eine effizientere, umweltfreundlichere und nachhaltigere Nutzung und Herstellung von Energie erfolgen. Dabei soll auch die Chance zur Schaffung neuer Arbeitsplätze genutzt werden. Umweltverträgliche Industrieanlagen und Energiehersteller sollen zukunftsorientiert durch staatliche oder europäische Subventionen unterstützt werden.

Hauptziel der Energiewende ist es, schnellstmöglich bei einem bezahlbaren Strompreis die notwendige Energiegewinnung überwiegend durch erneuerbare Energien zu erreichen. Grund genug, der Frage nach Art und Umfang bezogen auf die Gewinnung und den Verbrauch von Energie deutlicher denn je zu stellen. Als erneuerbare Energien und Technologien zählen als Komponenten der Energiewende vor allem folgende:

  • Sonnenenergie (Fotovoltaiktechnik)
  • Wasserkraft
  • Windkraft (Windenergieanlagen auf dem Land und Meer)
  • Erdwärme (Geothermieanlagen)
  • Biomasse
  • Hausmüll
  • Verbesserungswürdig ist derzeit die unzureichende Effizienz bei der Erzeugung, Übertragung sowie Speicherung der Energie. Daher liegt auch die Wirtschaftlichkeit noch im Problembereich. Im Jahre 2014 betrug der Anteil der erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung schon beachtliche 25,8 Prozent. Nach der Prognose bis zum Jahr 2025 sollen bis dahin bereits 40 Prozent bis 45 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien produziert werden. Bis zum Jahre 2035 wird der Anteil an der Stromerzeugung auf immerhin 55 Prozent bis 60 Prozent geschätzt.

    Als regenerative Energiequelle kann vor allem das unschätzbar große Potenzial der Sonnenkraft vielfach direkt genutzt werden. Dabei wandeln Solarzellen in Fotovoltaikanlagen, Sonnenkollektoren und solarthermischen Kraftwerken die Strahlungsenergie der Sonne ohne Umwege in Strom um. Nach der Umwandlung in Wechselstrom kann ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Im privaten wie gewerblichen Bereich werden Fotovoltaikanlagen, die auch mit Stromspeichern kombiniert werden können, immer häufiger eingesetzt. Das wartungsarme System entwickelt sich zunehmend auch als wirtschaftliche Alternative.

    Spezielle Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau unterstützen Maßnahmen zur Energiewende vor allem bei der Solarenergiegewinnung. Neben den erneuerbaren Energien soll auch eine bessere Energieeffizienz zur Energiewende beitragen. Dies wirkt sich auf den benötigten Energieumfang und damit auch die Energiekosten aus. Außerdem muss im Rahmen der Energiewende die Energieübertragung durch eine umfangreiche Netzerweiterung verbessert werden. Die mittels Windkraftanlagen an der Nordsee erzeugte Energie könnte dadurch beispielsweise für Energiebedarfe in Bayern genutzt werden. Ein wichtiges Ziel der Energiewende ist es ebenfalls, die durch regenerative Energieträger erzeugt und nicht benötigte Energie speichern zu können. Ein anderes Verhältnis zum Umgang mit Energie soll auch privaten Verbrauchern durch aufklärende, appellierende Informationen vermittelt werden. Außerdem reglementieren im Zeichen der Energiewende immer stärker bindende Vorschriften den verantwortlichen Umgang mit der kostbaren Energie. Die Ergebnisse vieler angekündigter Maßnahmen bleiben auf dem weiten aber wichtigen Weg zur Vollendung der Energiewende gespannt abzuwarten.