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Warum die Krankenhäuser in Deutschland vor dem Kollaps stehen

Christian Gesellmann
Autor und Reporter

Geboren 1984 in Zwickau, Studium der Politikwissenschaft, Geschichte und Germanistik in Jena und Perugia. Volontariat bei der Tageszeitung Freie Presse, anschließend zweieinhalb Jahre als Redakteur in Zwickau. Lebt als freier Autor in Leipzig und Bukarest. Quoten-Ossi bei Krautreporter.

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Christian GesellmannFreitag, 18.10.2019

Das Gesundheitssystem in Deutschland rutscht seit mittlerweile 15 Jahren immer tiefer in den Notstand. 2004 gab es eine entscheidende Reform im Gesundheitswesen. Damals wurde das sogenannte DRG-Fallpauschalensystem eingeführt. Seitdem wird jeder Behandlung eine Fallpauschale zugeordnet und für die gibt es einen fixen Preis von den Krankenkassen. Beispiel: für jeden Patient, der in die Notaufnahme kommt, gibt es 30 Euro. Das reicht natürlich hinten und vorne nicht, weshalb private Krankenhäuser dann gern auch mal auf Notaufnahmen verzichten. Rechnet sich nicht. Auch mit kranken Kindern, Diabetesfüßen und Geburten lässt sich kein Geld verdienen. Seit Einführung der Fallpauschalen

  • hat sich die Zahl der Krankenhäuser in kommunaler Hand beinah halbiert 
  • die Zahl privater Kliniken ist gestiegen, sie machen jetzt rund ein drittel aller Krankenhäuser in Deutschland aus
  • wurde ein drittel aller Geburtsstationen in Deutschland geschlossen
  • 50.000 Stellen in der Pflege abgebaut

Der Dokumentarfilm "Der marktgerechte Patient" erklärt ruhig und detailliert, was genau das Problem ist. Schockierend ist das trotzdem in jeder Minute des Filmes, vor allem wegen der absoluten Verzweiflung der Patientenangehörigen, Ärzte und Pflegerinnen. 

„Es geht nicht um den Bedarf der Bevölkerung, sondern um die Einnahmen, die eine Klinik mit ihren Patienten generieren kann“, sagt Wulf Dietrich vom Verein der demokratischen Ärztinnen und Ärzte.

„Operationen, mit denen man Gewinn machen kann, nehmen zu. Früher fragte man: Was ist die kleinstmögliche OP, bei der ein Patient einen Vorteil hat? Heute fragt man, was ist die größtmögliche OP, die ich rechtfertigen kann?“, sagt Peter Hoffmann, Oberarzt für Anästhesie, städtisches Klinikum München.

Der Film ist nicht ganz einfach zu bekommen oder zu sehen, aber er ist extrem lohnenswert. 

Am 23.10. moderiere ich eine von Medizinstudentinnen organisierte Podiumsdiskussion in Jena, an der auch Thüringens Gesundheitsministerin teilnimmt, zu den Erkenntnissen des Films.

Warum die Krankenhäuser in Deutschland vor dem Kollaps stehen

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Kommentare 2
  1. Nutzer gelöscht
    Nutzer gelöscht · vor mehr als 2 Jahre

    Nein, ganz so lohnenswert ist der Film sicher nicht. Auch wenn er viele richtige Themen aufnimmt, schafft es es nicht, sie journalistisch korrekt umzusetzen. Ich habe zu diesem Film in unserem Leben! Magazin einen Standpunkt geschrieben. Wer mag:
    https://www.bbtgruppe.... - ab Seite 18
    (übrigens: diesen Kommentar habe ich auch den Autoren des Filmes geschickt - und keine Antwort erhalten)

  2. Silke Jäger
    Silke Jäger · vor mehr als 2 Jahre

    Danke für den Hinweis, Vorstellung in der Nähe gefunden!
    Aus deiner Liste schließe ich, dass der Plan, die Krankenhauszahlen zu reduzieren, nur bedingt klappt. Es findet eher eine Umverteilung von gemeinnützig (kommunal) zu privat statt. Inkl. Reduzierung der Tarifverträge und der Maximalversorgung. Dafür gibt's mehr Spezialkliniken und Angebote für bestimmte (zahlungskräftigere) Zielgruppen.
    Allerdings bin ich schon der Meinung, dass man auch gucken muss, ob sich damit die Qualität der Versorgung ggf. verbessert, wenn man zB weniger Zentren für bestimmte, planbare Operationen hat. Schwieriges, komplexes Feld ...

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