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Radikales Gehen für alle: Interview mit Erling Kagge

transform Magazin
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transform MagazinFreitag, 13.05.2022

Es ist gar nicht mal so einfach über die einfachen, schönen Dinge zu schreiben, ohne Plattitüden zu produzieren. Jonas Mayer aus unserer Redaktion schafft es immer wieder! Hier schrieb er über das Gehen und interviewte den norwegischen Abenteurer und Verleger Erling Kagge. Er erreichte in den 1990er-Jahren als erster Mensch zu Fuß die drei Pole der Welt: Nordpol, Südpol und den Gipfel des Mount Everest.

Ein Auszug: "Es sind vor allem gesundheitliche Gründe, aus denen heraus das Spazieren von allen Seiten empfohlen wird: Mehr Immunkraft, Sto‘ffwechsel und Glückshormone. Weniger Bauchspeck, Rückenschmerzen und Depressionen. Weit verbreitet ist die Regel, 10.000 Schritte am Tag zu gehen. So viel hilft nicht unbedingt viel, aber mehr hilft zumindest mehr als weniger. Die Regel mit den 10.000 Schritten stammt jedenfalls aus der o‘ffensichtlich sehr erfolgreichen Marketingstrategie für den japanischen Schrittzähler ›Manpo-kei‹ von 1965.

Doch ein Spaziergang macht mehr als nur gesund. Wir wissen über einige kluge Köpfe der Geschichte, dass sie viel und gerne zu Fuß unterwegs waren, weil sie daraus Inspiration schöpften. »Ich kann nur im Gehen denken«, schrieb Jean-Jacques Rousseau. Die Menschen in Königsberg, so lautet die Legende, stellten sich die Uhren nach Immanuel Kant, der jeden Tag um genau 7 Uhr einen Spaziergang unternahm. Auch Sokrates flanierte quasi beruflich den lieben langen Tag durch Athen und zwang seine Mitmenschen in endlos langen Unterhaltungen zum kritischen Nachdenken über ihr ›Ich‹. Simone de Beauvoir spazierte durch den Jardin du Luxembourg, um zu lesen, Freunde zu tre‘ffen und sich schlicht zu erholen. Friedrich Engels verpasste seinen Spaziergängen durch Manchester im Jahr 1842 gewissermaßen ein Upgrade, als er durch ›walking observations‹ die schlimmen Lebensumstände der Arbeiterklasse erkannte und seine Eindrücke in einem Pionierwerk der empirischen Sozialforschung und des Marxismus niederschrieb. Von Albert Einstein ist überliefert, dass ihm womöglich ein abendlicher Spaziergang im Mai seines Wunderjahres 1905 zu ›dem Schritt‹ verhalf, die Grundbegriffe der Physik neu zu verstehen. Wir verstehen: Gehen bedeutet Grips."

Auszug aus dem Interview:

Du sagst, dass Gehen heutzutage radikal ist.

Kagge: Ja, in dem Sinne, dass so vieles in der Gesellschaft auf Geschwindigkeit basiert. Regierungen, Unternehmen und Bildungssysteme wollen, dass wir schneller werden. Wir sollen so schnell wie möglich von einem Ort zum anderen gelangen. Wir sind immer in Eile. Zu gehen bedeutet, langsamer zu werden, und ist deshalb radikal. Zweitens haben viele große Revolutionen damit begonnen, dass Menschen auf die Straße gingen oder lange Wege zu Fuß zurückgelegt haben [etwa während der Französischen Revolution oder Gandhis Salzmarsch, Anm. d. Red.].

Manche Menschen zählen beim Gehen mit Smartphones und anderen Geräten ihre Schritte oder ihren Kalorienverbrauch. Ist das eine gute Idee?

Kagge: Sie sollen ruhig zählen, was sie zählen wollen. Es ist nur wichtig, nichts in den Händen zu halten und das Gehen als Selbstzweck, nicht als Werkzeug zu betrachten. Ich versuche außerdem, dabei nicht zu viel nachzudenken. Wenn ich damit anfange, denke ich an die Vergangenheit oder an die Zukunft. Ein Spaziergang hilft, im Moment präsent zu sein. Ziemlich oft finde ich dabei sogar Antworten auf Fragen, die ich mir gar nicht gestellt hatte.

Radikales Gehen für alle: Interview mit Erling Kagge

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