Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Kopf und Körper

Theresa Bäuerlein
Journalistin. Autorin. Seit (gefühlt) schon immer.
Zum piqer-Profil
piqer: Theresa Bäuerlein
Mittwoch, 09.08.2017

Manche Lebensmittel könnten in Zukunft als Suchtmittel behandelt werden - wie Zigaretten

Lisa Sellers ist 39 Jahre alt und wiegt 315 Kilo. Sie isst täglich Nahrungsmittel im Wert von 9000 Kalorien. Sellers ist süchtig nach Essen. Für diese "Krankheit" gibt es  - bisher - keine offizielle Diagnose, das könnte sich aber in den nächsten Jahren ändern. Was gravierende Folgen hätte: Denn wenn Lebensmittel offiziell zum Suchtmittel würden, könnte man Lebensmittel entsprechend wie Tabak regulieren. Dann würden Pommes und Burger, die im Verdacht stehen, besonders süchtig zu machen, vielleicht bald mit Schock-Bildern versehen, wie sie jetzt schon auf Zigarettenschachteln kleben. Das klingt erstmal überhaupt nicht erstrebenswert, könnte aber immerhin, meint ein Experte in diesem Text, die Last der Verantwortung für Fettleibigkeit weg vom Individuum schieben - und hin zur kritischen Betrachtung sozialer und kultureller Faktoren. Bei anderen Süchten ist das längst üblich.

Was es auch schon heute gibt: Die Yale Food Addiction Scale, mit der man Suchtverhalten beim Essen überprüfen kann. Und einen Verdachte: Die Ernährungsindustrie bringt auffällig wenige Studien hervor, die sich mit Essen und Sucht beschäftigen. Was laut des gleichen Experten in diesem Text bedeuten könnte - nicht muss -, dass die Industrie lieber intern forscht, wie man Menschen dazu bringen kann, möglichst viel von bestimmten Nahrungsmitteln zu essen. 

Manche Lebensmittel könnten in Zukunft als Suchtmittel behandelt werden - wie Zigaretten
9,1
9 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Werde piqd Mitglied für unter 4€ pro Monat!

Kommentare 7
  1. Frederik Fischer
    Frederik Fischer · vor etwa einem Jahr

    Als Raucher musste ich aufmerken bei dem Vergleich mit den Ekel-Bildern. Ich habe nicht das Gefühl, dass die Verbraucher "entschuldigt" werden im Gegenteil. Ich und die meisten Raucher, die ich kenne, finden es entwürdigend mit diesen Bildern konfrontiert zu werden. Sie erfüllen so aber natürlich ihren Zweck. Ich denke dieses Schamgefühl der Verbraucher ist durchaus im Sinne des Erfinders und diese Scham würde auch bei Dicken aufkommen, die sich "Dickmacher" mit Ekel-Bildern kaufen.

    1. Theresa Bäuerlein
      Theresa Bäuerlein · vor etwa einem Jahr

      Ja, ich fände das auch keine gute Idee mit den Bildern. Es gibt sowieso schon zu viel fat-shaming. Und sicher würden nicht nur Übergewichtige den Kopf einziehen, wenn sie eine Tüte Chips mit Warnhinweis kaufen, sondern jeder. Was u.a. auch deswegen problematisch ist, weil beim Rauchen wenigstens ein Kausalzusammenhang mit bestimmten Krankheiten besteht, bei Übergewicht hingegen nicht, oder zumindest nicht eindeutig.

    2. Daniela Becker
      Daniela Becker · vor etwa einem Jahr

      @Theresa Bäuerlein Vor allem: wenn es eine Sucht ist, wie sollen dann Bilder helfen? Im Sinne der Aufklärung fände ich es gut, wenn endlich die Lebensmittelampel käme.

    3. Theresa Bäuerlein
      Theresa Bäuerlein · vor etwa einem Jahr

      @Daniela Becker Die Logik wäre, wie Frederik schon angemerkt hat, die gleiche wie bei Zigaretten - überzeugend finde ich das auch nicht. Was ich an der Ampel schwierig finde, ist, dass es die Dinge vereinfacht - ein sehr fetthaltiges Lebensmittel zum Beispiel kann auch voll mit gesunden Fetten sein. Kriegt das dann einen grünen Punkt oder einen roten? Außerdem wirken "rot" gekennzeichnete Lebensmittel dann besonders "verboten" - und damit psychologisch für manche besonders verlockend.

    4. Daniela Becker
      Daniela Becker · vor etwa einem Jahr

      @Theresa Bäuerlein Ich korrigiere mich. Bin für eine Zucker-Ampel.

    5. Theresa Bäuerlein
      Theresa Bäuerlein · vor etwa einem Jahr

      @Daniela Becker Spannende Idee!

    6. Fabian Goldmann
      Fabian Goldmann · vor etwa einem Jahr

      Ein bisschen Halbwissen: Irgendwo, möglicherweise in einem Podcast von Bayern irgendwas, erzählte neulich jemand, dass die Ekelfotos im Falle von Rauchern entweder gar nichts oder sogar das Gegenteil bewirken würden. Wenn es eine Wirkung gebe, dann die, dass sie dem Raucher zusätzlichen Stress bereiten, was ihn letztlich erst recht zur Schachtel greifen lässt. Halbwissen Ende. Oder doch noch nicht: Das könnte der Podcast sein, kann aber gerade nicht reinhören: www.br.de/radio/bay...