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Kopf und Körper

Annette Kerckhoff
Gesundheitswissenschaftlerin

Seit 1990 Medizinredakteurin für die Carstens-Stiftung : Natur und Medizin e.V., daneben freie Fachjournalistin Gesundheit. Faible für Heilkunde aus unterschiedlichen Kulturen, Hilfe zur Selbsthilfe. Lehraufträge, u.a. zu Medizingeschichte und Forschung in der Komplementärmedizin.

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piqer: Annette Kerckhoff
Mittwoch, 02.11.2016

Künstliche Befruchtung – eine trügerische Hoffnung

In vitro Fertilisation (IVF) scheint eine echte Lösung für später zu sein – dann, wenn Paare ein Kind wollen, aber eben nicht jetzt. Dann, wenn Frauen erst einmal ihre berufliche Karriere anschieben wollen. Oder wenn der rechte Mann noch nicht in Sicht ist. IVF ist das offene Hintertürchen im Hinterkopf.

Die Hoffnung auf spätes Kinderglück dank IVF allerdings ist, wie Jane Brody in einem Artikel der New York Times zeigt, trügerisch: Bei der Verwendung von „frischen“ (nicht eingefrorenen) Eizellen werden 30% der 40+-Frauen schwanger, 20% bringen tatsächlich ein Baby zur Welt. Bei der Verwendung von eingefrorenen Eizellen stehen die Chancen besser: 42% werden schwanger, 30% bekommen ein Kind (wobei die langfristigen Risiken dieser relativ jungen Methode noch offen sind).  Entsprechend sollten Frauen die bereits über 40 sind, oder in jüngeren Jahren eine IVF für später erwägen, im Beratungsgespräch folgende Frage stellen: Wie sehen die Zahlen der erfolgreichen Behandlungen bei älteren Frauen aus (und zwar in einem umschriebenen Zeitraum, z.B. dem letzten Jahr)? Wichtiger noch ist, zu wissen, dass nicht jede Schwangerschaft auch zu einer Geburt führt. Daher geht es nicht primär um die Schwangerschaften, sondern die „Baby-take-home-Rate“ in dieser Altersgruppe. Bei frischen Eizellen ist dies, wie beschrieben, bei jeder fünften Frau über 40 der Fall. 80% (oder aber geschätzte 20 Millionen) der Frauen weltweit hatten in den letzten 40 Jahren dagegen hohe Kosten, eine Achterbahn von Hoffnung und Enttäuschung und eine Menge physischen wie psychischen Stress. All das ist sicherlich nicht schlecht zu wissen, wenn man das Für und Wider dieser Option für später abwägen möchte.

Übrigens: es geht auch anders. Deshalb an dieser Stelle noch zwei Buchtipps:

Michael Teut u.a.. Das Kinderwunschbuch. KVC, 2009 (2. Aufl.) 14,90 EUR.; Margret Madejsky: Das alternative Kinderwunschbuch, arkana, 2015 24,99.

Künstliche Befruchtung – eine trügerische Hoffnung
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