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Kopf und Körper

Annette Kerckhoff
Gesundheitswissenschaftlerin

Seit 1990 Medizinredakteurin für die Carstens-Stiftung : Natur und Medizin e.V., daneben freie Fachjournalistin Gesundheit. Faible für Heilkunde aus unterschiedlichen Kulturen, Hilfe zur Selbsthilfe. Lehraufträge, u.a. zu Medizingeschichte und Forschung in der Komplementärmedizin.

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piqer: Annette Kerckhoff
Montag, 29.08.2016

Krebs? Bewegung? Erst recht!

Krebs ist eine Scheiß-Krankheit. Noch viel beschissener aber ist, dass viele Krebspatienten vieles nicht wissen. Zum Beispiel das mit der Bewegung, schon während der Therapie und danach dann für später. Während man früher Schonung und nochmal Schonung riet, wird Patienten in guten Krankenhäusern heute nach der Diagnose und vor der Operation geraten, sich fit zu machen für alles, was auf sie zukommt. „Vorbereiten wie auf eine Bergtour!“, rät beispielsweise Dr. Anna Paul, Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin Essen.

Bereits während der Therapie kann Bewegung bei vielem helfen: Die Ängste, die unweigerlich mit der Diagnose verbunden sind, abzubauen, den Kopf freizukriegen, Kraft und Ausdauer zu verbessern (beides notwendig, um die Therapien durchzustehen). Müdigkeit und Erschöpfung zu reduzieren. Und: man kommt raus. Und unter Leute.

Noch viel, viel wichtiger aber ist: Bewegung kann Rezidive reduzieren. Vorsichtige Schätzungen von 2014 gehen von 30% bei Brustkrebs aus, noch höher könnten die Zahlen bei Prostatakrebs sein. 

Privatdozent Dr. Freerk Baumann kann nicht nur sehr schnell sprechen (wie alle youtube-clips mit ihm zeigen), sondern versteht vor allem viel von Onkologie und Sport. Der Wissenschaftler von der Deutschen Sporthochschule Köln ging mit 40 Brustkrebspatientinnen den Jacobsweg, er überquerte mit Krebspatienten die Alpen, oder fuhr mit onkologischen Patienten von Köln nach Marseille - mit dem Fahrrad. Er hat ein Fachbuch zum Thema geschrieben, außerdem vor längerem einen Laienratgeber: "Die Macht der Bewegung. Dem Körper wieder vertrauen nach einer schweren Erkrankung."

In einem 12-Minuten-Interview mit Baumann kann man das Wichtigste nachhören. Zwar von 2014, dafür aber kurz gefasst und leicht verständlich.

Krebs? Bewegung? Erst recht!
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