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Konvergente Evolution von Mutationen bei Corona-Varianten

... we may be done with thinking about COVID but SARS-CoV-2 is most certainly not done with us …

Dieser recht lange Artikel ist eine spannende Geschichte der Mutationsweise des Covid-19-Virus. Im ersten Jahr mutierte er kaum. Nach meiner Erinnerung sprach man sogar von einem "stabilen Virus". Dann kamen die Varianten Alpha, Beta, Gamma, und schließlich (nach einigen weniger wichtigen Zwischenschritten) Omikron - alle unabhängig voneinander aus dem Urvirus entstanden. Wir konnten in hübschen farbigen Diagrammen sehen, wie eine Variante mehr und mehr Anteile am Infektionsgeschehen übernahm. 

Dies hat sich geändert: Das Virus ist nicht mehr durch einige große Linien beschreibbar, sondern weist mittlerweile eine unübersehbare Vielzahl von Varianten und Subvarianten auf. 

Es zeigt sich aber, dass gleiche Mutationen bei Varianten ganz verschiedener Linien auftreten - sie müssen sich also unabhängig voneinander als Optimierung der Verbreitungsrate heraus-evolviert haben. Konvergente Evolution findet statt. 

Viele dieser mehrfach auftauchenden Mutationen hatten sich schon seit einem Jahr häufiger in verborgenen Abstammungslinien ("cryptic lineages") angekündigt. So bezeichnet der Virusforscher Marc Johnson die zahlreichen seltenen, sehr stark mutierten Varianten, die er seit Jahren aus Abwasserproben der ganzen Welt isoliert. Sie setzen sich zwar nicht durch, zeigen aber durch ihre Vielfalt den Mutationsraum auf, der dem Virus offen steht. Johnsons Hypothese ist, dass diese Linien aus den Verdauungssystemen von Menschen stammten, die das Virus dauerhaft in sich trügen, ohne es endgültig eliminieren zu können. Dadurch käme es zu einer erhebliche Beschleunigung der Virusevolution innerhalb eines Körpers. 

Angesichts einer Bevölkerung, die zu großen Teilen geimpft ist oder mindestens eine Infektion durchgemacht hat oder beides, heißt das, dass diese Mutationen die Viren resistenter gegen die vorhandene Immunreaktion machen. 

Viele der neuen parallelen Mutationen scheinen im Rezeptorbindungsbereich (RBD - receptor binding domain) am Ende des Stachels zu liegen. Er dient der Bindung an den ACE2-Rezeptor einer Zelle*. Antikörper, die auf die RBD passen, zerstören die Fähigkeit des Virus, anzudocken, die Zellwand zu öffnen und ihre DNA in die Zelle zu schleusen. Sie werden durch die Mutationen teilweise unwirksam, was die Immunresistenz des Virus erhöht. 

Zum Glück ist unser Immunsystem sehr vielschichtig und die RBD ist nicht der einzige Ort, an dem es ansetzt. Menschen, die eine Infektion überstanden haben, haben inzwischen auch Antikörper gegen andere Teile des Virus und behindern so seine Verbreitung. Die Impfstoffentwickler werden wahrscheinlich wie beim Grippevirus jedes Jahr angepasste Impfstoffe herausbringen, um mit den häufigsten Mutationen Schritt zu halten. 

---

* Warum Covid19 als systemische Erkrankung anzusehen ist: "ACE2-Rezeptoren ließen sich in Zellen der Atemwege, des Verdauungstraktes, der Nieren und Harnwege und der Fortpflanzungsorgane sowie in einigen Hirnarealen (insbesondere in der Amygdala, im Cerebralen Cortex und im Hirnstamm) nachweisen." (Quelle

Konvergente Evolution von Mutationen bei Corona-Varianten

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Kommentare 1
  1. Dominik Lenné
    Dominik Lenné · vor einem Monat

    Zum Mutationskarussel der receptor binding domain hier ein interessanter Tweet
    https://twitter.com/al...

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