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Kopf und Körper

Barbara Kaufmann
Kolumnistin bei Tageszeitung Kurier, Filmemacherin in Wien

Drehbuchstudium an der Wiener Filmakademie, freie Filmemacherin;
langjährige Radiojournalistin bei Ö1, danach Leitende Redakteurin bei NZZ.at und Bloggerin beim Standard.at;

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piqer: Barbara Kaufmann
Samstag, 29.09.2018

Kindesinobhutnahme: Wenn Mutter und Kind gleich nach der Geburt getrennt werden

Carola Koch hatte nicht viel Zeit mit ihrem Sohn Tilmann, nachdem er das Licht der Welt erblickt hatte. Denn kurz danach wurde er ihr im Krankenhaus entrissen. Zuerst sagten ihr die Ärzte, der Junge müsse auf die Intensivstation. Doch als sie ihn dort besuchen will, wird ihr der Zutritt zum Baby verweigert. Am nächsten Tag kommt ein Mann vom Jugendamt und nimmt das Neugeborene mit.

Eine Kindesinobhutnahme, wie es auf Amtsdeutsch heißt, bei einem Neugeborenen ist eher ungewöhnlich und kommt äußerst selten vor. Meist wird das Jugendamt erst eingeschaltet, wenn schon Vernachlässigung oder in den schlimmsten Fällen Gewalt im Umgang mit dem Kind beobachtet worden war. Doch im Fall von Carola Koch wurde ihr erst gar nicht zugetraut, sich um ihren eben erst geborenen Sohn kümmern zu können. Sie lebte damals in einer Beziehung, die vom Jugendamt als "gewalttätig" eingeschätzt wurde. Dokumentiert waren jedoch ausschließlich Gewalttaten seitens des Kindesvaters gegen Carola Koch. Das Amt hoffte dennoch, beide würden "an ihrer Beziehung arbeiten."

Ein Jahr nach Tilmanns Geburt schaffte es Carola Koch, sich von ihrem Partner zu trennen. Trotzdem bekam sie Tilmann nicht sofort zurück. Erst als sie umzog und ein anderes Amt zuständig für sie war, erhielt sie die Fürsorge wieder und durfte ihren Sohn zu sich holen. Die Folgen dieser Zeit sind dem Kind bis heute anzumerken, ist sich Carola Koch sicher. Tilmann ist oft nervös, ängstlich, wird schnell unruhig und trägt mit sechs Jahren noch immer Windeln. Es gibt immer wieder umstrittene Inobhutnahmen. Auch von anderen Fällen berichtet der Text und davon, was es mit Kindern und Eltern macht, wenn sie voneinander getrennt werden.

Kindesinobhutnahme: Wenn Mutter und Kind gleich nach der Geburt getrennt werden
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Kommentare 2
  1. Theresa Bäuerlein
    Theresa Bäuerlein · vor 15 Tagen

    Was wohl die Begründung dafür ist, das Kind sofort nach der Geburt der Mutter wegzunehmen? Es klingt für mich übertrieben brutal.

    1. Barbara Kaufmann
      Barbara Kaufmann · vor 12 Tagen

      Für mich auch. Als wäre jemand zu übereifrig gewesen.