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Kopf und Körper

Barbara Kaufmann
Kolumnistin bei Tageszeitung Kurier, Filmemacherin in Wien

Drehbuchstudium an der Wiener Filmakademie, freie Filmemacherin;
langjährige Radiojournalistin bei Ö1, danach Leitende Redakteurin bei NZZ.at und Bloggerin beim Standard.at;

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piqer: Barbara Kaufmann
Sonntag, 09.09.2018

Ist ein Achtel in der Schwangerschaft wirklich gefährlich?

Welche Frau ist noch nicht abends in einer fröhlichen Runde gesessen, hatte keine Lust auf Alkohol und hat sich deshalb ein Glas Limonade bestellt und als unvermeidliche Reaktion folgende Frage gehört: "Bist du etwa schwanger?" Denn eigentlich ist es ein ungeschriebenes Gesetz. Wer ein Kind erwartetet, trinkt nicht. Aber muss man es wirklich so eng nehmen? Schadet ein kleines Glas Wein hie und da während der 9 Monate wirklich? Immerhin gibt es auch Ärzte, die nichts dagegen haben und Frauen den Alkoholgenuss nicht rigide verbieten.

Erst kürzlich erschien eine neue Studie von der Uni Bristol, die werdenden Müttern ein Achtel ab und an durchaus zubilligte. Die Forscher konnten keine bleibenden Schäden bei Neugeborenen finden, deren Mütter hie und da geringe Mengen in der Schwangerschaft getrunken hatten. Doch das Ergebnis ist höchst umstritten, die Studie wurde weltweit stark kritisiert.

Die Studienlage zu dem Thema ist generell schlecht. So gibt es zwar ausreichend Erfahrung mit den Folgewirkungen von starkem Alkoholkonsum in der Schwangerschaft, aber ob moderates Trinken für das Baby Spätfolgen haben kann, darüber herrscht keine Einigkeit. Experten gehen jedoch eher davon aus. Schon ein Glas Wein am Tag könnte zu diversen Krankheiten und Verhaltensauffälligkeiten bei Neugeborenen führen wie Unruhe, Schlafstörungen und später zu ADHS, in den schlimmsten Fällen zum Fetalen Alkoholsyndrom. 

Noch sind die Einflüsse von geringem Alkoholkonsum auf das Baby zu wenig untersucht, doch der Kinderarzt Hans-Ludwig Spohr rät den Frauen, auf Nummer sicher zu gehen und ab dem Moment, in dem die Schwangerschaft feststeht, gänzlich auf Alkohol zu verzichten. So könnte auch das Risiko einer Fehlgeburt verringert werden. 

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