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Kopf und Körper

Barbara Kaufmann
Autorin und Filmemacherin in Wien

Drehbuchstudium an der Wiener Filmakademie, freie Filmemacherin;
langjährige Radiojournalistin bei Ö1, danach Leitende Redakteurin bei NZZ.at, Bloggerin beim Standard.at und Kolumnistin bei der Tageszeitung Kurier.

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piqer: Barbara Kaufmann
Donnerstag, 13.12.2018

"Ich glaube, ich sterbe". Einblicke ins Leben eines Hypochonders

Es ist eine Bemerkung, die schnell mal unter Kollegen fällt. Wenn sich jemand sorgt, krank zu werden. Wenn er schnell friert und seine Jacke holt. Oder wenn er einen großen Vorrat an Medikamenten in der Schreibtischschublade hortet. "Na, du bist vielleicht ein Hypochonder!" Meist ist es gar nicht böse, sondern eher scherzhaft gemeint. Doch Hypochondrie ist kein Scherz. Es ist die krankhafte Angst davor, krank zu sein. Was das für die Betroffenen im Alltag bedeutet und wie sehr diese psychische Erkrankung das Leben beeinträchtigt, davon berichtet die Reportage über René. 

Da ist ein 40-jähriger körperlich gesunder Mann, der in zwei Jahren bei so vielen Ärzten war, dass er sie nicht mehr zählen kann. Der ständig befürchtet, sterben zu müssen, der die Angst davor, eine schwere Krankheit in sich zu tragen, immer in sich fühlt, auch wenn er sie sich nicht anmerken lässt. Renés Leben wird von seiner psychischen Erkrankung bestimmt. Früher ging er noch arbeiten, heute lebt er von Hartz IV. Manche Rettungsfahrer kennen ihn schon persönlich, so oft hat er den Rettungswagen gerufen in letzter Zeit. Momentan macht er eine Verhaltenstherapie. Eine Therapieform, die bei Angsterkrankungen besonders gut helfen soll.

Im 18. Jahrhundert war Hypochondrie schick, die Krankheit der Sensiblen, der Dichter und Denker. Und nicht wenigen wichtigen historischen Persönlichkeiten wird Hypochondrie nachgesagt. Winston Churchill etwa, Immanuel Kant oder Charlie Chaplin. Heutzutage bedeuten Hypochondrie-Patienten ein Problem für die Krankenkassen, für das Gesundheitssystem, doch vor allem für sich selbst. Denn es ist nicht einfach, mit dieser Erkrankung zu leben. Es gibt nur wenige Momente, in denen die Betroffenen sich fallen lassen können und keine Angst empfinden. Das macht die Geschichte von René auf schmerzhafte Art und Weise klar. 

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