Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kuratoren aus Journalismus, Wissenschaft und Politik empfehlen
und kommentieren die besten Inhalte im Netz.

Du befindest dich im Kanal:

Kopf und Körper

Silke Jäger
Freie Journalistin und Texterin für Gesundheitsinfos
Zum piqer-Profil
piqer: Silke Jäger
Donnerstag, 06.10.2016

Herzlich willkommen, geliebter Fehlschluss!

Was ist los mit unserer Urteilsfähigkeit? In letzter Zeit scheint es, als ob wir völlig überfordert damit sind, uns in der Welt zurechtzufinden. Das liegt, so hört man, an der zunehmenden Komplexität durch Globalisierung und Digitalisierung. Wir filtern Informationen zu stark, denken uns Zusammenhänge aus, wo wir sie vermissen, ziehen falsche Schlüsse, weil mal wieder die Zeit nicht reichte und vergessen die Hälfte dessen, was wir kurz wussten. Eine schlimme Entwicklung. Und früher war sowieso alles besser.

Weit gefehlt. Früher war alles genauso. Unsere kognitiven Werkzeuge haben sich im Laufe der Zeit sogar – wie zu erwarten war – weiterentwickelt, sodass wir heute einfach öfter bemerken, wenn mal wieder etwas schief läuft. Unser Gehirn greift nicht immer zum passenden Werkzeug. Das heißt aber nicht, dass der Werkzeugkasten nichts taugt. Im Gegenteil.

Wenn wir bemerken, dass wir an unsere kognitiven Grenzen stoßen, können wir mithilfe dieser hilfreichen Liste von Buster Benson und der Grafik von John Manoogian herausfinden, welchen Fehlgriff sich unser Gehirn diesmal erlaubt hat. War es Befangenheit oder das Weber-Fechner-Gesetz, die Transparenzillusion oder der Dunning-Kruger-Effekt? Dieser Text sortiert 175 bekannte Phänomene dieser Art.

Das Studium der Fehlgriffe lohnt. Denn gesunder Zweifel an den eigenen Urteilsfähigkeiten erlaubt uns, Auswege zu suchen und zu finden. Garantiert gibt es in unserem Gehirn-Koffer das richtige Werkzeug für den Kontext, den es gerade zu beurteilen gilt. Man muss es nur noch finden.

Herzlich willkommen, geliebter Fehlschluss!
8,3
4 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Werde piqd Mitglied für unter 4€ pro Monat!

Kommentare 3
  1. Frederik Fischer
    Frederik Fischer · vor etwa einem Jahr

    Großartige und erhellende Idee:) Ich bin mir aber nicht sicher, ob eine gewissen mentale "Fahrigkeit", über die vielen Netzarbeiter klagen, nicht doch (auch) technologiebedingt ist.

    1. Silke Jäger
      Silke Jäger · vor etwa einem Jahr

      Wahrscheinlich kommt da eins zum anderen: Um Ablenkung zu finden, muss man ja noch nicht mal aufschauen. ;) Oder wie Benson sagt: "We’d rather do the quick, simple thing than the important complicated thing, even if the important complicated thing is ultimately a better use of time and energy."

    2. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor etwa einem Jahr

      @Silke Jäger Guter Punkt.