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Kopf und Körper

Benedikt Sarreiter
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piqer: Benedikt Sarreiter
Freitag, 20.04.2018

Geist braucht Körper

Interessantes Interview mit dem Neurowissenschaftler António Damásio über die evolutionäre Bedeutung von Gefühlen. Damásio war einer der ersten Forscher, die die strikte Körper-Geist-Trennung in der Neurowissenschaft ablehnten und die den Anteil von Körperfunktionen und Organen am Entstehen von Gefühlen untersuchen.

Die Nervennetze im Darm gleichen denen von Lebewesen wie Quallen, die noch kein Gehirn haben. Wir Säugetiere haben heute noch Geschmacksrezeptoren im Darm – ein evolutionäres Überbleibsel aus der Zeit, als der Darm und sein Nervensystem Alleinherrschaft über den Körper hatten. Noch ein Indiz dafür, dass das Nervengeflecht um den Darm vor dem Gehirn vorhanden war: Der Informationsfluss läuft größtenteils vom Darm zum Gehirn und nicht umgekehrt.

Es ist ein sich gegenseitig bedingendes System. Damásio ist deswegen auch überzeugt, dass Künstliche Intelligenz nie den Grad des menschlichen Geistes erreichen wird. Es fehlt der Maschine schlichtweg der Körper.

Unser Geist entsteht im Zusammenspiel von Körper und Nervensystem. Die Idee von Computerwissenschaftlern, der Geist sei ein Algorithmus, der durch künstliche Intelligenz reproduziert werden könne, ist falsch – in jeder Hinsicht. Es gibt zwar einen Teil unseres Geistes, der mit einem Computer verglichen werden kann. Das ist der Part, der mit Kalkulationen zu tun hat, mit logischem Denken und Speichern von Information. Aber dann gibt es auch den anderen Teil, der mit unserem Genuss zu tun hat.

Und der und vieles andere lasse sich eben nicht künstlich nachbilden. Was nun aber passiert, wenn man auch den Körper künstlich nachbildet, ist nicht Teil des Gesprächs. Wäre ja auch nur Spekulation. Es lohnt sich jedenfalls, den Text zu lesen, denn es geht auch um die Liebe und die Musik und um Lagerfeuer und was sie in uns bewirken.

Geist braucht Körper
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