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Benedikt Sarreiter
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piqer: Benedikt Sarreiter
Samstag, 30.05.2020

Eine Pandemie kann dem Kokainhandel nichts anhaben

Vor ein paar Wochen habe ich einen piq über die Probleme der mexikanischen Mafia mit den Lockdown-Maßnahmen veröffentlicht. Nun so schlecht, wie damals angenommen, steht es wohl für den globalen Drogenhandel doch nicht. Mittlerweile weiß man, dass sich die Mafia unglaublich schnell an die neuen Umstände angepasst hat. Und zwar über die ganze Lieferkette hinweg. Von der Produktion bis zur Auslieferung zum Endkunden (User). Die Produktion ist zwar in manchen Bereichen eingebrochen (in diesem Text geht es um Kokain), aber das organisierte Verbrechen hat schon vor der Pandemie große Mengen des Stoffs gelagert, das kommt ihm jetzt zugute, wie ein Drogenhändler berichtet.

“There has always been a stock, it’s a very organized chain. It’s the way to control everything, especially the price. The stocks are on beaches such as Tarena [near the border with Panama], banana plantations, in the jungle. The stashes are everywhere,” said Raúl.

Und die werden jetzt ausgeliefert. Auf neuen (alten, eigentlich aufgegebene Schmugglerpfaden durch Mittelamerika) und herkömmlichen Routen:

Exports to the world’s other biggest cocaine market, Europe, have suffered even less disruption. Unlike exports to the United States, cocaine bound for Europe is typically moved in legal air and sea cargoes, especially fast-moving fresh goods such as flowers and fruit. The latter, as food, has continued to move unimpeded during the pandemic, helping feed Europe’s 9.1 billion euro-a-year cocaine habit.

Europa wird weiterhin geflutet mit Kokain. In Spanien beschlagnahmten die Behörden sechsmal mehr Kokain als noch vor einem Jahr zum gleichen Zeitraum. Das hat auch damit zu tun, dass nach Italien anscheinend so gut wie nicht geliefert wird. Von Spanien wird über Land ins südliche Europa versendet, ins nördliche von Rotterdam und Hamburg aus. Es ist davon auszugehen, dass die Mafia genauso große Gewinne macht wie vor der Pandemie, auch weil die Preise erhöht wurden und Wege gefunden wurden, wie man den Stoff trotz Lockdown an Frau und Mann bringt.

The solution? Delivering it to customers in the guise of food orders, or couriered by essential workers carrying documents that give them permission to move around freely. Dealers have also staked out positions in socially distanced queues outside supermarkets — one of the only permitted places to gather in public under Italy’s strict lockdown rules, which began easing up in early May.

Wenn alle anderen Branchen darben, der Drogenhandel aber nicht, ist das natürlich übel. Schon jetzt beginnt die Mafia, sich über billige Kredite in legale Unternehmen einzukaufen. Nach der Pandemie wird sie viele von ihnen kontrollieren. Ihre Macht wird weiter steigen.

Eine Pandemie kann dem Kokainhandel nichts anhaben

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