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Kopf und Körper

Der Vater der sexuellen Revolution

Benedikt Sarreiter
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Benedikt SarreiterMontag, 26.04.2021

Die Schriftstellerin Olivia Laing wird Ende der Woche ihr neues Buch "Everybody" veröffentlichen, in dem sie über die lange Unterdrückung des menschlichen Körpers durch Politik, Rassismus und Ungerechtigkeit schreibt. Eine der zentralen Figuren ist Wilhelm Reich, frühes Mitglied der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung zu Zeiten Freuds, über den sie auch folgenden Text verfasst hat. Reichs psychoanalytischer Ansatz unterscheidet sich von dem Freuds, indem er den Körper in die Therapie mit einbezieht. Für ihn zeichneten sich Traumata und psychische Verletzungen, Unterdrückung und Diskriminierung im Körper ab. Um sie zu behandeln, reicht es nicht nur, über sie zu sprechen. Man muss gleichzeitig auch den Körper berühren. Und eine entscheidende Rolle spielte für ihn Sex:

Both psychoanalysis and communism were full of potential for understanding human unhappiness and expanding human freedom, Reich thought, but each had major blind spots. The problem with psychotherapy was that it insisted on treating the individual as if their pain occurred in a vacuum, unmediated by the society they inhabited or the politics that governed their lives. As for Marxism, it failed to recognise the importance of emotional experience, not least the trouble caused by shame and sexual repression, especially to women. Therapy was not enough. Politics was not enough. Only sex was a sufficiently powerful force to reshape society. As he explained in his memoir, People in Trouble, he believed freeing sex from centuries of repression would change the world.

Reich zog von Wien nach Berlin und hielt dort vor Tausenden Zuhörern Vorträge über die von ihm so genannte "Sexuelle Revolution", den freien Orgasmus als Mittel zur Gesundung. Nazi-Deutschland beendete seine Lehre in Deutschland, er floh nach Berlin und gab sich seltsamen Theorien über kosmische Energien hin. Er trieb es soweit, dass seine Bücher in den USA verbrannt wurden, was völlig überzogen war, aber in der aufgeheizten Zeit der 50er-Jahre war der Irrsinn ja normal. Laing ehrt Reich trotzdem, denn gerade heute könne man von ihm noch viel lernen:

None of the revelations of the #MeToo movement would have surprised him. When he talked about the sexual revolution, he didn’t mean a fantasia of endless ejaculation so much as a world in which women could experience sexual pleasure without fear of retribution, violence or death.

Sie beschreibt einen aufregenden Denker und Praktiker. Ein lesenswerter Artikel und ihr Buch ist es bestimmt auch.

Der Vater der sexuellen Revolution

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