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Kopf und Körper

Martina Kix
Stellvertretende Chefredakteurin von Zeit Campus & freie Autorin
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piqer: Martina Kix
Dienstag, 02.01.2018

Der Hirnforscher Henry Markram bekam einen autistischen Sohn und revolutionierte dann die Forschung

Der großartige SZ-Magazin Autor Lorenz Wagner hat einen wunderbaren Text geschrieben über einen der bekanntesten Hirnforscher der Welt, der die Autismus-Forschung veränderte. 

Henry Markram arbeitete im Team um Bert Sakmann, das 1991 den Nobelpreis für Medizin bekam. Er schrieb Aufsätze, besuchte Kongresse, gewann Preise. 

Dann kam sein Sohn Kai auf die Welt. Und niemand wusste, was mit ihm los war. 

»In den folgenden Monaten wuchs Kai zu einem Bewegungswunder heran, krabbelte ohne Pause, und als er zu laufen lernte, durfte man ihn nicht aus den Augen lassen. Auch schrie er viel, schien sich nicht wohl in seiner Haut zu fühlen. ADHS, dachte Markram.«

Die Diagnose lautete zunächst Asperger. Erst später stellten Ärzte fest: Autismus. Und Autisten mangele es an Empathie. Der Vater beginnt zu forschen. 

»Durch die Verstärker sind Autisten nicht für diese Welt geschaffen. Was Gesunden Freude bereitet, ist für sie Qual. Die Stimme der Mutter, die Lampe am Wickeltisch, das Wolljäckchen: ohrenbetäubend, gleißend, wie Schmirgelpapier. »Wir hätten Kai als Kind zu Hause lassen müssen«, sagt Henry Markram. »Behutsam mit ihm sprechen. Lichter niemals einschalten, nur raufregeln. Nie von hinten herantreten. Nur zart berühren.««

Heute lebt Markrams Sohn Kai in der Nähe von Tel Aviv und arbeitet bei Gericht. Es sei ihm gelungen, immer mehr Ängste abzubauen. Und es habe ihm geholfen, dass sein Vater ihn immer besser verstanden habe. Es hat nicht nur Kai geholfen, sondern vielen Menschen die unter Autismus leiden. 

Der Hirnforscher Henry Markram bekam einen autistischen Sohn und revolutionierte dann die Forschung
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