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Kopf und Körper

Brustkrebs hängt als Damoklesschwert über den Frauen der Familie

Charly Kowalczyk
journalist
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Charly KowalczykFreitag, 02.09.2022

Zu Beginn der Reportage stapft der Autor Heiner Kiesel mit seiner 16-jährigen Tochter im Friedwald, auf der Suche nach der Grabstelle seiner Schwester, die früh an Brustkrebs gestorben ist. "Sieben Frauen, sechsmal Brustkrebs, vier tot", sagt er zwischendurch lapidar. In Kiesels Familie sterben viele Frauen an Brustkrebs. Seine Tochter fragt ihn an der Grabstelle ihrer Tante, wie sie gestorben ist:

„Dass die Brustkrebs hatte, das weißt du ja. Die hatte eine Operation, die hatten einen Knoten festgestellt und die ist dann operiert worden. Ja, die wollte keine weitere große Behandlung oder Chemotherapie haben, sondern die hat immer gemeint, sie will jetzt noch fünf Jahre gut leben, ohne sich da groß Sorgen drüber zu machen. Das war halt dann nur ein Jahr.“

Tochter Naila: „Ich kann mich an fast nichts mehr mit Edda erinnern, ich habe noch ein paar kleine Eindrücke. Und Oma habe ich überhaupt nicht kennengelernt.“

Nun geht er als Mann und Vater seiner Töchter der Frage nach, wie groß das Risiko für seine Töchter ist, ebenfalls Brustkrebs zu bekommen.

"Bisher hing das Damoklesschwert „Brustkrebs“ über den Frauen der Familie. Jetzt hängt es plötzlich über mir. Denn wenn mir meine Mutter das Brustkrebs-Gen mitgegeben hat, dann habe ich es womöglich an meine Töchter weitergegeben. Die Vorstellung ist einfach grauenhaft."

Der Autor ist ambivalent. Zweifelt ob es überhaupt Sinn macht, es vorzeitig zu wissen. Sein Hausarzt findet, dass es ein Recht auf Nichtwissen gibt. Manchmal ist es für das Leben mancher Menschen besser, es nicht zu wissen. Wenn man immer mit der Gefahr lebt, an Krebs zu erkranken, kann einem auch die Lust am Leben vergehen. Und vielleicht birgt das auch das Gefahren? Doch letztendlich will er es dann doch wissen, ob er das Gen an seine Töchter weitergegeben hat. 

Kiesel geht zum Universitätscampus Würzburg. Institut für Humangenetik. Lässt sich testen. Und das wirklich Schöne an diese Reportage ist, dass das Thema ein hoch belastendes, ein beängstigendes Thema ist, doch der Autor erzählt es so langsam, so entspannt, dass man gut zuhören kann. Er lässt uns überall mit hingehen. Man ist nah dabei, geht mit, denkt mit, und will wie der Autor wissen, was dabei herauskommt.

In der Recherche erfährt er, dass Männer zwar auch Brustkrebs kriegen können, aber die Wahrscheinlichkeit winzig ist. Aber wenn der Autor Pech hat, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er und seine Söhne ebenso wie die Töchter an Krebs erkranken könnten.

"Damit nicht genug: Darm-, Magen-, Haut- und Nierenkrebs – die Chance, so was mit diesen entgleisten Genen zu kriegen, ist auch doppelt bis dreimal höher als normal. Es geht jetzt nicht mehr nur um meine Mädchen, es geht um alle. Es geht auch um meine Jungs. Und es geht um mich!"

Eine richtig schöne Reportage. Und man erfährt dabei so viel. Am Ende freut man sich dann auch noch mit dem Autor über das Happy End. Aber wie auch immer: Man hätte auch mit ihm gelitten.

Brustkrebs hängt als Damoklesschwert über den Frauen der Familie

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