Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Community-Kanal:

Kopf und Körper

Maximilian Rosch
Online-Redakteur und Community-Manager bei piqd

Seit März 2017 für piqd in Berlin und Leipzig.

Zum piqer-Profil
Maximilian Rosch
Community piq
Freitag, 15.03.2019

Asbest: An keiner Berufskrankheit sterben mehr Menschen

Fast vier Jahre lang haben Bettina Dlubek und Daniel Drepper von BuzzFeed News Deutschland für das Projekt "Krank durch Arbeit" recherchiert, hunderte Menschen getroffen und am Ende mehrere Artikel, einen Film in Zusammenarbeit mit ZDFzoom und eine fünfteilige Podcastserie über Asbest veröffentlicht, die ich unten auch empfehle.

Das Mammutprojekt hat eine Reihe an Missständen und Problemen aufgedeckt, hier sind einige genannt:

  • Berufsgenossenschaften bezahlen alle Gutachter – und suchen diese meist auch selber aus. Experten befürchten, dass dies zu wirtschaftlicher Abhängigkeit führen könnte.
  • In ganz Deutschland gibt es nur sehr wenige unabhängige Beratungsstellen für Betroffene – und diese haben kaum Personal.
  • Die einzige unabhängige Instanz im Verfahren, die Gewerbeärzte der Bundesländer, wird immer schwächer. Wegen fehlenden Personals prüfen die Gewerbeärzte nur noch jedes vierte Verfahren. Dadurch werden vermutlich auch viele zu Unrecht abgelehnte Anträge nicht entdeckt.
  • Das Bundesarbeitsministerium braucht viele Jahre, bis es neue Berufskrankheiten einführt. Das liegt auch daran, dass das zuständige Gremium sehr wenig Personal hat.
Seit 1993 ist Asbest in Deutschland verboten. Bis dahin wurde es in verschiedensten Produkten verwendet, vor allem beim Hausbau war es beliebt. Seitdem bekannt ist, wie schädlich schon der Kontakt mit einer Faser Asbest sein kann, gibt es zahlreiche Bestimmungen für den Umgang mit dem Material. Betroffene haben trotzdem größte Schwierigkeiten, eine Entschädigung für die Berufskrankheit zu erhalten. Und das, obwohl an keiner Berufskrankheit mehr Menschen sterben, als am Kontakt mit Asbest.Ich empfehle unten die fünfte und vorerst letzte Folge des Podcasts, indem die Reporterinnen über die Hintergründe der Recherche berichten, dort erhält man eine gute Übersicht. Alle Folgen konnte ich noch nicht hören, werde das aber zeitnah nachholen. Den oben genannten ZDFzoom-Beitrag kann ich sehr empfehlen.
Asbest: An keiner Berufskrankheit sterben mehr Menschen
8,8
6 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!