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Spiele und Kultur

Sonja Wild
Redakteurin, Spielebloggerin

Hat englische und deutsche Literaturwissenschaft und Politik in Erlangen studiert. Schreibt auf superlevel.de über Indie-Spiele und arbeitet in der Redaktion des Bookazines WASD mit. Lebt, spielt und arbeitet in Berlin.

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piqer: Sonja Wild
Sonntag, 12.02.2017

Mit Delfinen und Opossums für den Umweltschutz: Segas grüne Jahre

Wie jedes andere kulturelle Produkt sind Spiele auch ein Spiegel des Zeitgeistes. Eine in dieser Hinsicht besonders spannende Phase in der Spielhistorie ruft Jason Koebler für Motherboard in Erinnerung: In den Neunzigern erschienen für Segas Mega Drive (in den USA unter dem Namen Genesis verkauft) eine Reihe von Spielen mit mehr oder weniger offen ökologischer Botschaft.

Das hatte auch mit dem Kampf um Marktanteile zu tun: Eine der Strategien gegen den Rivalen Nintendo war Segas Umgang mit Entwicklungsstudios, denen das Unternehmen große Freiheit ließ, während Nintendo Entwickler an der kurzen Leine hielt. Deshalb konnten Entwickler für Segas Mega Drive auch ungewöhnliche Ideen umsetzen – nicht immer kamen dabei gute Spiele heraus, oft aber unkonventionelle. Und weil  der ökologische Zeitgeist in den Neunzigern auf einem Höhepunkt war, entstanden dabei etliche Spiele, die diesem Zeitgeist Rechnung trugen und Themen wie den Umgang mit natürlichen Ressourcen oder die Bedrohung der Weltmeere durch den Menschen behandelten. Das bekannteste „Öko-Spiel“ ist Ecco the Dolphin von 1992, aber Koebler stellt auch eher obskure Titel wie Awesome Possum Kicks Dr. Machino's Butt vor, die sich nicht unbedingt durch ihre spielerischen Qualitäten hervorhoben, aber eine eindeutig grüne Botschaft transportierten.

Mit dem Abebben der Öko-Bewegung und dem konservativen Rollback der folgenden Jahre verschwand das Thema nach und nach auch aus dem Spieleregal. Eigentlich wäre mit dem Aufstieg der Indie-Szene und dem Erfolg anspruchsvoller Spiele die richtige Zeit für neue Titel mit ökologischer Botschaft, zumal sich seit den Neunzigern die Bedrohung durch den Klimawandel nur verschärft hat. Doch Spiele mit Öko-Elementen wie Block'Hood bleiben kleine Ausnahmen, während Segas grüne Spiele in den Neunzigern durchaus auch den Mainstream-Markt im Auge hatten. Es waren einfach andere Zeiten.

Mit Delfinen und Opossums für den Umweltschutz: Segas grüne Jahre
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