Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge - um den Dienst bereitzustellen, Seitenzugriffe zu analysieren und auch um Werbung zu personalisieren. Informationen über die Nutzung von piqd werden dabei auch an Dritte weitergegeben.

handverlesenswert

Kuratoren aus Journalismus, Wissenschaft und Politik empfehlen und kommentieren die besten Inhalte im Netz.

Du befindest dich im Kanal:

Spiele und Kultur

Sonja Wild
Redakteurin, Spielebloggerin

Hat englische und deutsche Literaturwissenschaft und Politik in Erlangen studiert. Schreibt auf superlevel.de über Indie-Spiele und arbeitet in der Redaktion des Bookazines WASD mit. Lebt, spielt und arbeitet in Berlin.

Zum piqer-Profil
piqer: Sonja Wild

Computerspiele im Iran: Digitale Kreativität zwischen Sanktionen und Zensur

Als am 16. Januar die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran aufgehoben wurden, eröffneten sich damit für iranische Spielentwickler ganz neue Perspektiven: Die Chance, an internationalen Messen und Konferenzen teilzunehmen und mit Entwicklern und Publishern aus anderen Ländern zusammenzuarbeiten. Die Möglichkeit, ihre Spiele im App Store, auf Google Play oder auf Steam zu veröffentlichen. Die legale Lizenzierung von wichtigen Entwicklungs-Werkzeugen wie Unity.

Kurz: vermeintliche Selbstverständlichkeiten, auf die westliche Entwickler sicher nicht verzichten würden. Ihre iranischen Kollegen müssen sich bislang mit Einschränkungen wie diesen, aber auch mit staatlicher Zensur und technischen Unzulänglichkeiten arrangieren. Umso erstaunlicher ist die Vielfalt und Dynamik der iranischen Entwicklerszene, die Yara Elmjouie in dieser ausführlichen Reportage für Polygon, erschienen wenige Tage bevor die Sanktionen fielen, beleuchtet.

Denn trotz aller Einschränkungen sind Computerspiele im Iran äußerst populär: Einer Studie zufolge spielt im Iran jeder Vierte, für den mittleren Osten ein Rekordwert. Die Organisation Bonyad finanziert und unterstützt junge Studios, es gibt ein Institut, an dem Game Design unterrichtet wird, und eine Zeit lang hatte Teheran sogar eine Game Expo mit bis zu zwei Millionen Besuchern. Zugleich versuchen iranische Entwickler vergeblich mit den populären Raubkopien internationaler AAA-Spiele zu konkurrieren, die zu Spottpreisen auf den Markt gelangen – sofern sie nicht wegen "unislamischer" Inhalte verboten werden.

Emjouies Reportage zeigt eine überraschende Facette eines Landes, von dem wir sonst hauptsächlich in den Nachrichten hören: die einer spielbegeisterten Nation. Es wird spannend werden, zu beobachten, wie sich die Szene nach dem Ende der Sanktionen entwickelt.

Computerspiele im Iran: Digitale Kreativität zwischen Sanktionen und Zensur

Dir gefällt das? Keinen piq mehr verpassen!

Kostenlos registrieren

8,6
5 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Werde Premium Mitglied! Für 3€ /Monat.

Jetzt upgraden

Bleib immer informiert! Hier gibt's den Kanal Spiele und Kultur als Newsletter.