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Sonja Wild
Redakteurin, Spielebloggerin

Hat englische und deutsche Literaturwissenschaft sowie Politik in Erlangen studiert. Schreibt auf lostlevels.de über Indie-Spiele und arbeitet in der Redaktion des Bookazines WASD mit. Lebt, spielt und arbeitet in Berlin.

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piqer: Sonja Wild
Sonntag, 25.09.2016

Zwischen Bevormundung und Vernachlässigung: Sind Tutorials die schlechteren Handbücher?

Seit Spiele überwiegend digital vertrieben werden, ist die Ära des gedruckten Handbuchs vorbei. Heute lernen wir Steuerung und Spielmechaniken in der Regel durch Tutorials, in denen wir brav alles einmal ausprobieren: Wir bewegen den rechten Analogstick, um die Kamera zu schwenken. Wir drücken x, um zu springen. Wir drücken wilde Tasten-Abfolgen für krasse Angriffs- oder Verteidigungskombinationen, um sie anschließend sofort wieder zu vergessen. Und zu allem Überdruss reißen uns diese langweiligen Fingerübungen erst mal gewaltig aus dem Spielgeschehen.

Auf der anderen Seite können Spiele, die ihre Mechaniken nicht ausführlich genug erklären, schnell frustrieren. Wenn uns ein Spiel in den ersten 30 Spielminuten durchgehend hilflos und überfordert zurücklässt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir hinschmeißen. Marcus Dittmar schreibt über diese Problematik sehr zutreffend und anhand gut gewählter Beispiele in seiner Kolumne auf dem Indie-Blog Superlevel (Disclaimer: Ab und zu schreibe ich da selbst):

Es ist stets ein nur schwer zu bewältigender Balanceakt zwischen notwendiger und zu viel Information, der eine gelungene von einer missglückten Spieleinführung trennt.

Natürlich gibt es auch positive oder zumindest originelle Beispiele, wie sich Tutorials und Vorgeplänkel elegant in ein Spiel integrieren lassen. Mir hat zum Beispiel Fallout 3 sehr gefallen, das Einführung, Steuerung und Skillauswahl in einen spielbaren Rückblick auf die Kindheit des Charakters integriert.

Zwischen Bevormundung und Vernachlässigung: Sind Tutorials die schlechteren Handbücher?
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Kommentare 1
  1. Gurdi (Krauti)
    Gurdi (Krauti) · vor etwa einem Jahr

    Erklärungen gibt es heut zu Tage kaum noch, es ist ja schon fast zuviel verlangt mittlerweile eine deutsche Übersetzung zu erwarten (siehe TW:Warhammer, satte 60 Euro VK!)

    ich spiele aktuell HOI4(Hearts of Iron), das Tutorial ist dort wirklich ein schlechter Witz, die Übersetzung gruselig. Das spiel ist klasse, aber ich kann mit so schwerer Kost und einem derart mageren Tutorial keinen meiner Kameraden zum einstieg gewinnen was ich sehr schade finden.