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Frederik Fischer
Sub-, Pop- und Netzkulturkorrespondent
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piqer: Frederik Fischer
Donnerstag, 03.03.2016

Zeitreise in Sprüngen und Bildern: Berlin 1914, 1945 und 1967

Es ist beeindruckend, mit welchem Ehrgeiz Investoren und Verwaltung Berlin in einen städtebaulichen Zombie verwandeln. Jeder Retortenbau, jede seelenlose Luxussanierung und jede Dauerbaustelle reizt den Wutbürger in mir. Da hilft nur der Vergleich - nicht mit anderen, noch hässlicheren Städten, sondern mit Berlin in anderen Zeiten. In dem simplen, aber wunderschönen Projekt "Zeitreisen Berlin" hab ich mein visuelles Sedativum gefunden.  

Die Idee ist einfach, aber gelungen: Auf detaillierten Stadtkarten aus den Jahren 1914, 1945 und 1967 sind an zahlreichen Stellen Fotos hinterlegt. Wer Berlin ein wenig kennt, wird sich schnell zurechtfinden und kann so vergleichen, wie sich markante Wahrzeichen oder die eigene Nachbarschaft im Laufe der Zeit verändert haben. Und was daran nun beruhigend sein soll? Nun, kein Norm-Wohnkubus der Gegenwart kann hässlich genug sein, um sich in das Berlin der halbnahen Vergangenheit zurück zu wünschen.

Nur um das Jahr 1914 sollte man herumklicken. Dieses Jahr zeigt Berlin in einem kriegsunversehrten und bausündenverschonten Zustand. Damit tut man Berlin 2016 keinen Gefallen.

Zeitreise in Sprüngen und Bildern: Berlin 1914, 1945 und 1967
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Kommentare 2
  1. Christoph Weigel
    Christoph Weigel · vor mehr als einem Jahr

    sedier dich ruhig, frederik, aber der "charme" des zombies(?) berlin bestand auch schon zu kaisers zeiten darin, keinen zu haben, auch kein "flair". das macht die stadt, in der ich seit 40 jahren lebe, authentisch: als stadt. freunde&bekannte in rom, paris, wroclaw, barcelona, oslo sagen über "ihre" stadt nicht viel anderes, wollen aber auf keinen fall dort weg - wie ich nicht von berlin. ich habe bisher nicht rausgefunden, was berlin-besucher an dieser stadt "charmant" (oder nimm irgendein modisches buzzword, das dem nahekommt) finden, aber ich hab noch nicht aufgegeben...

    1. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor mehr als einem Jahr

      Lebens- und liebenswert bleibt Berlin allemal. Städtebaulich liegen aber schon Welten zwischen der uninspirierten Flickschusterei hier und Städten wie Barcelona, Amsterdam oder Kopenhagen.