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Fundstücke

Tino Hanekamp
Autor

Tino Hanekamp war Journalist und Musikjournalist, hat in Hamburg zwei Musikclubs gegründet (Weltbühne, Uebel & Gefährlich), einen Roman geschrieben (‚So was von da‘) und unlängst ein Buch über Nick Cave ('... über Nick Cave'). Er lebt im Süden Mexikos.

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piqer: Tino Hanekamp
Montag, 27.07.2020

#wasihrnichtseht

Aus gegebenem Anlass hier ein Instagram-Account, der rassistische Alltagserfahrungen von nichtweißen Menschen in Deutschland sammelt.

Und hier Auszüge aus einem der sehr wenigen Texte zu diesem Account, der binnen weniger Wochen mehr als 80.000 Follower gefunden hat:

Die Idee dahinter stammt von dem 29-jährige Dominik Lucha. Er kommt aus Ravensburg, studiert Medienmanagement und lebt in Berlin. Rassismus ist Teil seines Alltags. Wenn er abends in eine Bar gehe und neue Menschen kennenlerne, komme schnell die Frage nach seiner Herkunft, erzählt er am Telefon. Dann bohrten viele Menschen oft lange. Bis er sie irgendwann erlöse: „Geboren wurde ich in der Karibik, in Haiti. Meine Eltern haben mich adoptiert. Aber ich habe keine Lust, das ständig fremden Menschen zu erzählen“, sagt er. Dass die Frage nach der Herkunft auch rassistisch sei, sei vielen Menschen zwar nicht klar, das mache es aber nicht besser.

Dominik postet diese Erfahrungen anonymisiert auf Instagram. Und macht einmal mehr deutlich: Wer behauptet, in Deutschland gebe es keinen Rassismus, lügt. Dominik, der gerade seine Masterarbeit schreibt, bekommt derzeit so viele Nachrichten, dass er kaum noch zum Schlafen kommt. Viele Menschen teilen seine Beiträge auf Instagram, auch bekannte Aktivist*innen wie Tarik Tesfu. Rasend schnell wuchs die Zahl seiner Follower*innen.

„Es ist zwar schön, dass der Account so wächst und dass mir so viele schreiben. Vor allem ist es aber traurig“, sagt Dominik. „Denn es ist schlimm, dass all diese Sachen passieren und passiert sind.“ Viele dieser Erfahrungen seien bisher unsichtbar gewesen, vermutet er. „Schwarze Menschen und People of Color reden oft nicht über Rassismus. Auch wenn dein bester Freund Schwarz ist, kann es sein, dass du nichts davon erfährst. Weil er die Erfahrungen einfach in sich hineinfrisst.“

#wasihrnichtseht
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Kommentare 3
  1. Felix TheC
    Felix TheC · vor 13 Tagen

    Danke für die Empfehlung. Endlich ein Medium was die Problematik aufzeigt und hoffentlich den ein oder anderen zeigt, dass das Problem hier sehr real ist.
    Hab es sofort in meiner Story verlinkt. Ich hoffe das machen viele, die diesen Account entdecken (fühlt euch gerne angesprochen ;) ) damit es endlich eine große Öffentlichkeit gibt und es zu einem Umdenken kommt.

    1. Uwe Protsch
      Uwe Protsch · vor 12 Tagen · bearbeitet vor 8 Tagen

      Das bezweifle ich. Schon 2013 erschien ein Artikel im SPIEGEL ("Singen, tanzen und erpressen") mit Statements von Betroffenen über Rassismus im Alltag. Hier ein Beispiel: "TSEPO BOLLWINKEL KEELE 51, Musiker, Lüneburg
      „Immer wenn ich Menschen erzähle, dass ich als Berufsmusiker arbeite, höre ich diesen einen nervenden Satz. Sie sagen: Kein Wunder, Musik liege mir ja auch im Blut. Meine Standardantwort ist dann: Nein, ich habe geübt. Für mich ist das auch eine Form von Rassismus. Die Leute meinen es nicht böse, das weiß ich, aber sie wenden damit, ohne nachzudenken, rassistische Stereotype an und reproduzieren Rassismus. Als ob man als schwarzer Mensch automatisch singen und tanzen könnte.“

      Die anderen Beiträge förderten noch Schlimmeres zu Tage. Der Kampf gegen Rassismus wird noch sehr lange dauern, und die Kämpfer brauchen einen langen Atem.

    2. Felix TheC
      Felix TheC · vor 12 Tagen

      @Uwe Protsch Das glaube ich leider auch. Aber man wird ja Mal hoffen dürfen.

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