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Fundstücke

Rainer Sigl
Journalist Print/Online/Radio, Blogger; Textarbeiter
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piqer: Rainer Sigl
Freitag, 02.06.2017

Was passiert, wenn man die britischen Wahlprogramme in ein Spiel packt?

Videospiele, die das komplexe Geflecht von Wirtschaft, Politik und Demokratie abbilden, gibt es einige, doch kaum eines ist so komplex wie „Democracy 3". Das britische Indiespiel ist - laut durchaus ernstzunehmender Eigenaussage - „the most complex and sophisticated political strategy game ever made". Zahllose Parameter zu Wirtschaft, Arbeitslosigkeit, Verbrechensrate, Schuldenstand, Klimawandel und öffentlicher Meinung fließen in die Berechnungen mit ein. Das macht es zu einem überaus komplexen Modell der Realität.

Daniel Griliopoulos von der britischen Wochenzeitung New Statesman hat einen interessanten Versuch gestartet: Er hat zuerst das Wahlprogramm der konservativen Tories um Theresa May und dann jenes von Labour unter Jeremy Corbyn ins Spiel gefüttert und nachgesehen, was dabei herauskommt. Die Resultate sind überraschend — und dann auch wieder nicht. Die Tory-Prognose , die „Democracy 3" ausspuckte, war „erschreckend" — jene von Labour führte zu einem „egalitären Wunder":

The game tells me that I’ve achieved an egalitarian miracle - essentially, equality has never been so great, now that I’ve driven the rich away. Poverty is continuously falling, crime is high but dropping . . . and GDP is low but dropping. I really need to stimulate that, so I instigate a technology and research revolution (which is sort of in the manifesto), whilst giving small businesses extra cash. I’ve managed to achieve this in just 18 months.

Natürlich sind auch komplexe Modelle letztlich nur das: Modelle. Nach der Logik zumindest dieses Spiels scheint die Antwort auf die Frage, wem die nicht superreichen Briten in der kommenden Wahl in eigenem Interesse ihre Stimmen geben sollten, aber ziemlich eindeutig auszufallen.

Was passiert, wenn man die britischen Wahlprogramme in ein Spiel packt?
8,6
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