Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kuratoren aus Journalismus, Wissenschaft und Politik empfehlen
und kommentieren die besten Inhalte im Netz.

Du befindest dich im Kanal:

Fundstücke

Sonja Wild
Redakteurin, Spielebloggerin

Hat englische und deutsche Literaturwissenschaft sowie Politik in Erlangen studiert. Schreibt auf lostlevels.de über Indie-Spiele und arbeitet in der Redaktion des Bookazines WASD mit. Lebt, spielt und arbeitet in Berlin.

Zum piqer-Profil
piqer: Sonja Wild
Sonntag, 27.03.2016

Wahlkampf mit der Bazooka: Die US-Präsidentschaftswahlen als Worms-Gefecht

Die Worms-Reihe hat schon einige Jahre auf dem Buckel, aber sie ist für mich immer noch das Großartigste, was die Multiplayer-Welt zu bieten hat: Nichts macht so viel Spaß wie sich rundenweise in Wurm-Gestalt mit Bazookas, heiligen Granaten und explosiven Schafen zu bekämpfen. Aber taugt das Wurmduell auch als Simulationsumgebung für den politischen Wettbewerb?

Der Betreiber des britischen YouTube-Kanals Many a True Nerd hat genau das ausprobiert (übrigens nicht zum ersten Mal) und die verbleibenden Bewerber um die US-Präsidentschaftskandidatur in Worms Armageddon gegeneinander antreten lassen. Hillary Clinton, Ted Cruz, Donald Trump, Bernie Sanders und John Kasich werden dabei von computergesteuerten Würmern repräsentiert. Weil Worms keine reinen AI-Spiele erlaubt, gibt es außerdem ein menschlich gesteuertes Team, das amerikanische Volk, das aus acht unterschiedlichen Wählergruppen besteht.

Um das Kandidatenrennen nicht zu verfälschen, bleibt das menschliche Team passiv: alle Würmer überspringen ihre Spielzüge. Trotzdem bekämpfen die Kandidaten teilweise lieber ihr friedliches Volk als ihre Kontrahenten – das wirkt ganz schön verstörend, ist aber weniger ein böser Kommentar auf die amerikanische Politik als vielmehr der Spielmechanik geschuldet.

Wie der Kampf der Kandidaten ausgeht, soll hier nicht verraten werden. Aber es lohnt sich, nicht gleich zum Ende zu springen, weil man sonst eine Menge spannender Konflikte und unerwarteter Wendungen verpassen würde: So führt Ted Cruz einen persönlichen "war on the poor", Donald Trump hat es speziell auf die Mittelschicht und die jungen Wähler abgesehen, Hillary Clinton fällt überraschend ihrer schwarzen Wählerschaft in den Rücken und ausgerechnet Bernie Sanders greift zum Luftschlag. Großes Drama, großer Quatsch – und ganz großer Spaß.

Wahlkampf mit der Bazooka: Die US-Präsidentschaftswahlen als Worms-Gefecht
8
3 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Werde piqd Mitglied!