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Fundstücke

Christian Huberts
mächtiger™ Kulturwissenschaftler und Kulturjournalist
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piqer: Christian Huberts
Samstag, 21.11.2015

VIDEÖ GÅMES – Die Inneneinrichtung von Computerspielen

Das Museum of Modern Art hat mittlerweile 20 Computerspiele und eine Spielkonsole in seine Sammlung aufgenommen. Eine große Würdigung für die von Vorverurteilungen geplagte Spielkultur. Jedoch hängt Super Mario nun nicht einfach so neben Picasso, sondern – betreut vom Department of Architecture and Design – eher neben sehr praktischen Bauhaus-Hockern. Denn innerhalb der Kurationspraxis des MoMa sind Games eben keine bildende Kunst. Minecraft, Asteroids & Co. werden gesammelt, weil sie stilprägend waren für bestimmte Formen des Designs von Computerspielen. Funktional, elegant und ergonomisch – eben wie ein Bauhaus-Hocker. Der Vielfalt und dem Potential des Mediums – über reine Nützlichkeit hinaus – wird das leider kaum gerecht.

Dieser Konflikt zwischen Kunst und Design, Ästhetik und Ergonomie, Bedeutung und Funktion spiegelt sich auch regelmäßig in digitalen Spielwelten wieder. Unter anderem, wenn es um virtuelle Bauhaus-Hocker geht. Gita Jackson gibt auf Hopes&Fears einen lesenswerten Einblick in die Inneneinrichtungen von Computerspielen. Anhand einiger Beispiele – von The Sims bis Gone Home – nähert sie sich den verschiedenen Ansätzen der Gestaltung von In-Game-Häusern. Sollen die Möbel einfach nur gut aussehen, sollen sie den Spielenden nutzen oder erzählen sie sogar eine Geschichte über die Bewohner? Spätestens nach der Lektüre werden digitale Spiele als etwas sichtbar, das weit über den Vergleich mit einem gut gemachten IKEA-Regal hinausgeht. Wohnst du noch oder spielst du schon?

VIDEÖ GÅMES – Die Inneneinrichtung von Computerspielen
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Kommentare 2
  1. Christian Huberts
    Christian Huberts · vor etwa 2 Jahren

    Wer aber auch in einem Computerspiel einfach nur ein IKEA-Regal montieren möchte, dem sei »Höme Improvisåtion« sehr an's Herz gelegt: thestorkburntdown.itch.io/home-impr....

    1. Marcus Bösch
      Marcus Bösch · vor etwa 2 Jahren

      Sehr gut. Und wer einfach nur komplett wahnsinnig werden will, dem sei empfohlen in einem Ikea an einem der Computer sitzend eine Küche zu planen.