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Fundstücke

Umbau statt Abriss und Neubau: Bauen als ökologischer Alptraum

Michael Hirsch
Philosoph und Politikwissenschaftler, freier Autor und Dozent
Zum piqer-Profil
Michael HirschDonnerstag, 29.04.2021

Der Beitrag untersucht das in seiner ökologischen Bedeutung immer noch unterschätzte Problem des Bauens. Architektur und Bauen sind neben dem Verkehr und der Landwirtschaft die wichtigste Front, an der über eine nachhaltige Zukunft des menschlichen Zusammenlebens entschieden wird. Gottseidank gibt es mittlerweile erste Anzeichen dafür, dass ihre Bedeutung in einer breiteren Öffentlichkeit erkannt wird. Auch die grüne Kanzlerkandidatin Baerbock hat sich in den letzten Tagen in dieser Richtung geäußert. Bauen und Wohnen avancieren nicht nur wegen der Wohnungsnot, sondern auch wegen der ökologischen Dimension des Umgangs mit Baustoffen und Energie zu einer zentralen Zukunftsfrage.

In Stahlbeton etwa, dem Baustoff der Moderne, stecken Unmengen „grauer Energie“. Damit ist die benötigte Energie für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung eines Produktes gemeint. Dies wird in Regelungen und Verordnungen zu Neubau und Sanierungen meist vollkommen ausgeblendet. Die Diskussionen drehen sich in der Frage der Energieeffizienz vornehmlich um den späteren Heizenergiebedarf.

In dem Beitrag werden die Einseitigkeiten der bisherigen Debatte um Architektur ebenso analysiert wie anhand von konkreten Beispielen Alternativen aufgezeigt. Ein Paradigmenwechsel deutet sich an: Weg von der noch immer seit der Nachkriegszeit des Wirtschaftswunders dominierenden Ideologie des Neubaus, hin zu einer Politik und Ästhetik des Umbaus, die wesentlich weniger Energie verbraucht, wesentlich weniger Abfall und graue Energie erzeugt.

Bau- und Abbruchabfälle machten laut Umweltbundesamt rund 50% des Müllaufkommens in Deutschland aus. Sie können nur mit hohem Energieaufwand wiederverwendet werden. Extraktion und Verarbeitung erzeugen bereits die Hälfte aller Treibhausgasemissionen. Die Mülldeponie ist in der Baubranche ohnehin die Regel.

Der Artikel berichtet von einigen erfolgreichen Projekten zur Verhinderung des Abrisses von Gebäuden, und plädiert für eine völlige Neuausrichtung der Baupolitik, mit einer grundsätzlichen Verlagerung auf Anreize zu Instandhaltung und Umbau von bestehenden Gebäuden. Dies entspricht auch bekannteren Architekturpositionen wie denjenigen der französischen Architekten Lacaton und Vassal, die jüngst den Pritzker-Preis erhalten haben und sich seit Jahrzehnten erfolgreich für die Erhaltung und behutsame Renovierung der Architektur der 1950er bis 1970er Jahre einsetzen:

https://www.piqd.de/users/michael.dr-hirsch/piqs/endlich-pritzker-architektur-preis-fur-lacaton-vassal

Vielleicht erleben wir gerade ja ähnlich wie im Bereich der Landwirtschaft die Möglichkeit eines Paradigmenwechsels: die Verschiebung der Aufgabe des Berufs von Landwirten oder Architekten weg vom einseitigen Bild der Produktion und hin zu einer wesentlich um Pflege, Erhalt, Umbau, Instandsetzung und Verschönerung bestehender natürlicher wie gebauter Ressourcen und Gebilde. Die Aufgabe der Politik wird sein, durch Gesetzesänderungen und Subventionen diesen Paradigmenwechsel zu begleiten, und daraus tatsächlich über Einzelfälle und Pioniere hinaus tragfähige und sinnstiftende Berufe zu machen. 

Umbau statt Abriss und Neubau: Bauen als ökologischer Alptraum

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