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Sascha Lobo: Wie zukunftsmutige Menschen zu Grollbürgern werden

Frederik Fischer
Mitgründer KoDorf / Summer of Pioneers - Neues Leben und Arbeiten auf dem Land
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Frederik FischerMittwoch, 03.03.2021

Spahn hat ja recht: Im Lockdown muss man etwas nachsichtig sein mit anderen und mit sich selbst. Ich habe es mir deshalb verziehen, dass ich in den letzten Wochen wie ein Grollbürger vor der Tagesschau saß. Ich kann nicht mehr. Es kommen nur noch Grunzlaute aus mir heraus. So kenne ich mich gar nicht. Zumindest nicht nüchtern. Mir fehlen einfach die Worte. Zum Glück hat Sascha Lobo noch ein paar. Treffende dazu. 

Ich beobachte, dass zuvor vom Leben begeisterte, weltoffene, zukunftsmutige Menschen zu Grollbürgern werden. 
Nicht im März 2020, sondern im März 2021 eine »umfassende Teststrategie aufzubauen« – das ist in meinen Augen nicht weniger als ein Ausweis von Staatsversagen. Mir ist inzwischen egal, ob eigentlich der kleinkleine Föderalismus, die bockige Ministerpräsidentenkonferenz, die bizarre Bürokratie, die kaputtgesparte Infrastruktur, die ständige Angst vor dem Geschrei Rechter und Rechtsextremer, die völlige Fehleinschätzung des Pandemieverlaufs, das parteipolitische Getöse zum allerfalschesten Zeitpunkt, der kreischende Schuldenbremsengeiz der GroKo oder das jahrzehntelange deutsche Digitalisierungsdebakel hinter diesem pandemischen Staatsversagen steckt. Es ist wahrscheinlich eine Mischung aus allem, ergänzt durch ein paar Überraschungsunfähigkeiten.
Sascha Lobo: Wie zukunftsmutige Menschen zu Grollbürgern werden

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Kommentare 4
  1. Uwe Protsch
    Uwe Protsch · vor einem Monat · bearbeitet vor einem Monat

    Sascha Lobo kommt mir vor wie ein abgewiesener Verehrer. Jetzt hat die Obrigkeit mal nicht so schneidig funktioniert wie sich das die autoritätshörigen Linken so gerne vorstellen, und schon ist man eingeschnappt: "Ich beobachte, dass zuvor vom Leben begeisterte, weltoffene, zukunftsmutige Menschen zu Grollbürgern werden." Die Armen! So weit kann es ja nicht her gewesen sein mit der angeblichen Begeisterung, wenn man sich gleich in den Schmollwinkel verzieht, anstatt sich konstruktiv einzubringen. Wieviele von den Grollbürgern haben sich freiwillig gemeldet, um bei den Impfungen zu helfen oder die Akteure anderweitig zu entlasten? Aber es ist ja viel bequemer, den Staat für alles verantwortlich zu machen. Der Staat ist eben für die meisten Linken der Heilsbringer oder (bei enttäuschter Liebe) der Satan.

    Dass viele und schwere Fehler gemacht wurden, ist allen klar und braucht mMn nicht unbedingt zum wiederholten Mal dargelegt werden. Aber es ist auch übertrieben, so zu tun, als wäre Deutschland das Schlusslicht in dieser Disziplin. Hat sich nicht eben erst Tschechien an uns mit der Bitte um Hilfe gewandt, weil dort nicht genügend Intensivbetten zur Verfügung stehen? Ist es tatsächlich schon ausgemacht, dass die USA bereits im Mai genügend Impfstoff zur Verfügung haben werden? Und selbst wenn: Würde Sascha Lobo ein Leben als US-Bürger mit allem, was es für die soziale Absicherung, die Krankenversorgung und die Sicherheit bedeutet, einem Dasein in Deutschland vorziehen? Was die angebliche "Sparstrategie beim Impfstoffeinkauf" angeht: Ich bin mir sicher, dass die EU von den Schlaubergern genauso auseinandergenommen worden wäre, hätte sie Impfstoff wie blöd geordert und dann konstatiert, dass sie auf riesigen Beständen sitzen bleibt.

    Hinterher sind natürlich immer alle schlauer und wissen, warum Deutschland bei der WM schon in der Vorrunde ausgeschieden ist und angeblich bei der Pandemie versagt hat. Das ist auch okay, denn man kann daraus lernen! Und sich selber einbringen, statt gehässig nachzutreten.

    1. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor einem Monat

      Lobos Kolumne ist natürlich Polemik pur und daher an vielen Stellen bewusst überspitzt. Im Kern beschreibt er aber eben doch sehr gekonnt, ein Gefühl dass zumindest für mich neu ist und in dem ich mich wiederfinde (es geht bei piqd ja um persönliche Empfehlungen). Die Summe an offensichtlich inkompetenten Entscheidungen hat schlicht ein ertragbares Maß überschritten. Deiner Polemik kann ich dabei nicht folgen: Wer Home Office, Kindererziehung und vielleicht noch existenzielle Nöte jonglieren muss, kann sich nicht einfach nebenbei noch engagieren und den Job der Politik erledigen. Für viele Fehlentscheidungen fehlt der Zivilgesellschaft auch schlicht das Mandat. Die Zahl der freiwilligen Helfer ist momentan jedenfalls nicht unbedingt das zentrale Problem.
      Wo ich dir aber grundsätzlich zustimme, ist der Hinweis auf die nachträgliche Besserwisserei. Tatsächlich ist es leicht hinterher auf "die Politik" einzuprügeln. Journalisten haben hier mindestens genauso versagt. Viele Punkte, die wir heute beklagen, haben sich schon lange abgezeichnet, bekamen aber kaum Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu einer Zeit, als man durch öffentlichen Druck noch Entscheidungen hätte beeinflussen können.

  2. Felix TheC
    Felix TheC · vor einem Monat

    Dem kann ich nur zustimmen. Das schlimmste daran ist, dass die CDU im September wahrscheinlich ein sehr gutes Wahlergebnis bekommen wird - ganz so als hätte sie alles richtig gemacht. Es ist zum heulen

  3. Gabriele Feile
    Gabriele Feile · vor einem Monat

    "Sätze zum Ausflippen" trendet auf Twitter.

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