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Rainer Sigl
Journalist Print/Online/Radio, Blogger; Textarbeiter
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piqer: Rainer Sigl
Dienstag, 25.10.2016

"Mafia III" ist ein kathartisches Erlebnis für von Rassismus betroffene Menschen

Wenn Spiele sich gesellschaftlich brisante Themen annehmen, ist Vorsicht angesagt - allzu oft kapert nur die PR gerade gängige Buzzwords, während sich das Spiel selbst bemüht, nur ja keinen potenziellen Käufer zu verschrecken. Beim kürzlich erschienenen Open-World-Spiel "Mafia III" bleibt man erfreulicherweise nicht bei Lippenbekenntnissen, und das zieht sich vom Disclaimer bei Spielbeginn, bis hin zu der erdrückenden Erfahrung, wie es sein könnte, selbst ganz alltäglich und ständig Opfer rassistischer Anfeindung zu sein. 

Während die meisten bisherigen Kritiken diesen ambitionierten Zugang lobend erwähnten, konnte der Rest des Spiels die Fachpresse weniger überzeugen. Der Open-World-Teil sei langatmig, die Handlung zwar stark, aber die Missionen einfallslos, und die KI teils aberwitzig schlecht. Das Fazit der meisten: eher so lala. 

Tauriq Moosa zieht in seinem Text für den Guardian allerdings eine andere Bilanz - und das sicher nicht zufällig. Der südafrikanische Spielejournalist ist selber schwarz und hat deshalb einen etwas anderen Blick auf "Mafia III" als der Großteil seiner weißen Kollegen. 

This is a game about how a person of colour destroys white supremacy. [...] Mafia III may be unremarkable or mediocre in many ways, but it is necessary in a world that for too long has catered to a core demographic – one that would rather spend time complaining that people of colour are talking about racism than tackling racism itself.

"Mafia III" ist für ihn mehr als nur ein Spiel "über Rassismus"; es ist ein Spiel, das in seiner Erzählung und in seiner Spielewelt den Rassismus angreift und den Spielern erlaubt, ihn aktiv und - zugegeben: brutal - zu bekämpfen. So gesehen ist es nicht nur "noch ein GTA-Klon", sondern ein kathartisches Erlebnis für alle, für die Rassismus erlebte Erfahrung ist.

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