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Fundstücke

Klangliche Nachbildung eines syrischen Foltergefängnisses

Susanne Franzmeyer
Piqer für Radio Features
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Susanne FranzmeyerMittwoch, 19.01.2022

Vorsicht. Das hier ist harter Tobak! Aber wenn es um Menschenverachtung und staatlich angeordnete Folter geht, sollten wir auch nicht wegschauen. Wir sollten hinschauen – und die Ohren spitzen.

"Meine Häftlingsuniform ist voller Blut. Ich bin nicht der erste, der sie anhat. Ich bin nichts mehr wert."

Im Feature "Königreich des Schweigens – Stimmen aus syrischen Gefängnissen" aus dem Jahr 2019 wagt der Autor Jakob Weingartner ein Experiment mit inzwischen in Deutschland lebenden ehemaligen syrischen Gefangenen des berüchtigten Folter-Gefängnisses Saydnaya in Syrien, in dem Oppositionelle des Assad-Regimes unter schlimmsten Bedingungen ums Überleben kämpfen.

"Wenn du eine Zelle betrittst, stehen dort ca. 200 Menschen auf der einen Seite, ihre Körper zusammengequetscht. Du hörst ihre Knochen knirschen, du hörst, wie sie langsam sterben. Dann ein 70 cm großer Abstand und auf der anderen Seite eine Plattform mit Matratzen drauf. Dort sind die reichen Gefangen und diejenigen, die... die zur 'Freundin' des Zellenbosses werden, anstatt die Folter zu ertragen. Wenn dein Geld aufgebraucht ist, kommst du auf die andere Seite."

Da den Gefangenen dort die Augen verbunden werden oder sie mit dem Gesicht zur Wand sitzen, prägten sich Geräusche und Klänge bei den Überlebenden ganz besonders eindringlich ein.

"Wir dürfen die Wärter nicht sehen, aber unten in der Tür gibt eine vergitterte Klappe, deshalb kennen wir ihre Schuhe und geben ihnen entsprechende Namen. Es gibt den Adidas-Mann, den Rotschuh-Kerl, den Sandalen-Typen. Noch in 100 Jahren werde ich sie an ihren Schritten erkennen."

Der Autor versucht hier, Klang für Klang gemeinsam mit den Überlebenden eine möglichst authentische Reproduktion der akustischen Eindrücke aus Saydnaya zu erarbeiten – und zwar in dem heute zum begehbaren Museum umfunktionierten früheren Stasi-Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen. Ein Überlebender des syrischen Foltergefängnisses, der eingewilligt hat, die Klänge vor Ort zu rekonstruieren, äußert sich hoffnungsvoll, dass auch Saydnaya eines Tages ein Ort wie dieser werden könnte – ein Museum, in dem die schrecklichen Taten des Assad-Regimes aufgearbeitet werden. Aktuell scheint dieser Wunsch nach wie vor in weiter Ferne zu bleiben.

"Der Bauplan für Saydnaya stammt aus Deutschland. (...) Es war als humanes Gefängnis geplant. Aber seit der Revolution steht sein Name für das Grauen."

Neben einer komprimierten Radio-Fassung kann man online auch eine "3D-Kopfhörerfassung" der Produktion hören.

Klangliche Nachbildung eines syrischen Foltergefängnisses

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