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Fundstücke

Frederik Fischer
Sub-, Pop- und Netzkulturkorrespondent
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piqer: Frederik Fischer

Ist LSD das neue Koks?

Mit einer Mischung aus Faszination und Kopschütteln verfolge ich, wie die Tech-Elite im Silicon Valley auf immer neue Ideen kommt, um ihre empfundene Leere im Leben mit wahlweise Chemikalien, Spiritualität oder extravaganten Hobbies (Jeff Bezos, ich schaue auf deine Rakete) zu füllen. 

Die neueste Sau, die durchs Valley getrieben wird, heißt Microdosing und kann folgendes: Alles. 

Microdosing ist der Konsum von LSD in kleinen Dosen und nach einem festen Zeitplan. Tripping on Excel, quasi. Microdoser sind angeblich ausgeglichener, kreativer, schneller, schöner, besser. LSD klingt nach der neuen Wunderdroge – und das Beste: Microdosing ist wunderbar kombinierbar mit Hochleistungsjobs. Dem Vorgesetzten wachsen keine Tentakel aus der Nase und die Tastatur schmeckt nicht nach Erdbeere. Microdoser beschreiben ihren Zustand als eine Steigerung aller Sinne, aber ohne Kontrollverlust. Vielleicht liegen also bald schon Pappen auf den Büroklos. 

Das Problem: Nahezu alle wissenschaftlichen Studien stammen aus einer Quelle (James Fadiman) und von Nebenwirkungsfreiheit kann bei näherer Betrachtung natürlich keine Rede sein, wie dieser Selbstversuch des Radiojournalisten PJ Vogt beweist. 

So, trotz aller Lustigmacherei: Ich finde das Thema aufrichtig spannend. Es geht schließlich um nicht weniger als Wahrnehmungs- und damit Realitätsdesign. Und wenn irgendwas gestaltet gehört, dann doch wohl die Realität. 

Bonus: Ausführliches Interview mit James Fadiman, inklusive Anekdoten über Timothy Leary, Albert Hoffmann und Kalifornien in den 60ern. 

Ist LSD das neue Koks?

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Kommentare 2
  1. Alexander Krützfeldt
    Alexander Krützfeldt · vor etwa einem Jahr

    Guck mal, dazu: m.welt.de/kultur/li...

  2. Marcus von Jordan
    Marcus von Jordan · vor etwa einem Jahr

    Oh no! Bitte weiterkoksen! ...obwohl...in Bundestagstoiletten wäre es vielleicht echt besser Pappen zu finden anstatt Koksreste...

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