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Sonja Wild
Redakteurin, Spielebloggerin

Hat englische und deutsche Literaturwissenschaft sowie Politik in Erlangen studiert. Schreibt auf lostlevels.de über Indie-Spiele und arbeitet in der Redaktion des Bookazines WASD mit. Lebt, spielt und arbeitet in Berlin.

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piqer: Sonja Wild
Sonntag, 28.02.2016

Indie-Kreuzfahrt ins Glück – Ein Game Jam auf hoher See

Game Jams gibt es mittlerweile fast überall auf der Welt. Reisende Game Jams hingegen sind immer noch etwas besonderes, und sie alle gehen auf den Train Jam zurück, der Mitte März zum 3. Mal anrollen wird: Dann werden mehr als 100 Spielentwicklerinnen und Entwickler gemeinsam mit dem Zug von Chicago nach San Francisco zur Game Developers Conference fahren und die Fahrzeit dazu nutzen, unterwegs Spiele zu einem vorgegebenen Thema zu entwickeln.

Diese Idee wollte Runa Haukland nach Norwegen bringen – weil aber die längste Eisenbahnstrecke in dem kleinen Land gerade einmal auf acht Stunden Fahrzeit kommt und sich Norwegen sowieso viel besser auf dem Wasserweg erkunden lässt als auf Schienen, fand der erste zweitägige Splash Jam auf dem Kreuzfahrtschiff MS Finnmarken statt – Seekrankheit,  nörgelndes Rentnerpublikum und fragwürdige Musikauswahl inklusive.

„Later, after things had died down a bit, Celine Dion's 'My Heart Will Go On' came on the bar stereo, a song that, considering its cinematic associations, is a somewhat insensitive inclusion on the ship's playlist. Not that many of the jammers, bed-bound with sickness, noticed.“

Der britische Journalist Simon Parkin hat an der 48-stündigen Tour von Tromsø nach Trondheim teilgenommen und einen höchst unterhaltsamen Reisebericht geschrieben, der nicht verschweigt, dass die Schönheit der norwegischen Landschaft und seine stürmische See nicht unbedingt ideal für produktives Arbeiten sind, dass aber ein so außergewöhnliches Umfeld gerade jungen EntwicklerInnen einen starken kreativen Schub geben kann.

Das Konzept des Kreuzfahrt-Jams klingt übrigens elitärer, als es ist. Die Tickets für die zweitägige All-inclusive-Tour wurden zum größten Teil vom Norwegischen Filminstitut bezuschusst und kosteten knapp 100 Dollar. Das ist nicht wenig Geld, aber im Rahmen dessen, was üblicherweise auch für Übernachtung, Verpflegung und Teilnahmegebühren für Konferenzen oder andere Veranstaltungen ausgegeben werden muss.

Indie-Kreuzfahrt ins Glück – Ein Game Jam auf hoher See
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