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Fundstücke

Eine feministische Revolution

Jürgen Klute
Theologe, Publizist und Politiker
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Jürgen KluteDienstag, 20.09.2022

2014 begann der sogenannte Islamische Staat (ISIS / IS / Daesh), sich im Nordirak und in Nordsyrien rasant auszubreiten und sein Terrorregime aufzubauen. Sein politisches Zentrum errichtete er in der syrischen Stadt Rakke. Bei der Zurückschlagung des IS spielten kurdische Einheiten eine wichtige Rolle. Und unter den kurdischen Einheiten wiederum spielten die Fraueneinheiten der YPJ eine zentrale Rolle, nicht zuletzt bei der Eroberung von Rakka. Entsprechend ihrer Rolle bei der Zerschlagung des IS-Terrorregimes standen die kurdischen Einheiten 2014 im Mittelpunkt der Berichterstattung über die Kämpfe.

Nach der militärischen Niederlage erlosch das Interesse an den kurdischen Einheiten und an den kurdischen Bemühungen, in deren nordsyrischem Siedlungsbieten – in kurdischer Sprache als Rojava (Sonnenuntergang bzw. Westen) bezeichnet – unter dem Dach der Reste des syrischen Staates eine autonome Verwaltung aufzubauen.

Die kurdischen Frauen haben nicht nur beim Kampf gegen den IS eine zentrale Rolle gespielt. Es ist ihnen auch gelungen, sich beim Aufbau einer demokratischen Verwaltungsstruktur in Rojava einen prägenden Einfluss zu sichern. Ihr Ziel ist es, nicht nur den IS zurückzutragen, sondern auch die patriarchalischen Gesellschaftsstrukturen zu überwinden. Für sie ist das ein zentraler Aspekt der Demokratisierung der Gesellschaft auf der Grundlage der Menschenrechte.

Üben diesen Aufbau einer demokratischen und auf Menschenrechten und Gleichberechtigung basierenden Verwaltung in Rojava ist in den hiesigen Medien – im Unterschied zu den Kämpfen gegen den IS – nur selten etwas zu lesen. Um so mehr freue ich mich, hier einen Artikel von Lucas Maier und Philippe Pernot, der in der Frankfurter Rundschau erschienen ist, empfehlen zu können. Maier und Pernot beschreiben anschaulich, was den kurdischen Frauen in den letzten Jahren an gesellschaftlichem Wiederaufbau und an gesellschaftlichen Veränderungen im Sinne einer demokratischen und auf Gleichberechtigung von Männern und Frauen basierenden Gesellschaft gelungen ist und mit welchen Alltagsproblemen sie nach dem Ende der bewaffneten Auseinandersetzungen nun zu kämpfen haben. In Rojava leben nicht nur Kurden. Selbstverständlich sind alle ethnischen oder religiösen Gruppen, die in Rojava leben, in den Demokratisierungsprozess eingebunden und daran gleichberechtigt beteiligt.

Das ist eine beeindruckende Entwicklung, die seit einigen Jahren in Rojava läuft. Wenn die Europäische Union ernsthaft an einer Stärkung von Demokratie sowie Menschenrechten und Frauenrechten interessiert ist, dann täte sie gut daran, die Kurden bei ihrem Aufbau einer demokratischen autonomen Verwaltung in Rojava zu unterstützen. Ihr ärgster Feind ist derzeit der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan, dem weder die Demokratisierung noch der Kampf gegen das Patriarchat gefällt.

Eine feministische Revolution

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