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"Eigentlich ist es ganz leicht …"

Tino Hanekamp
Autor

Tino Hanekamp war Journalist und Musikjournalist, hat in Hamburg zwei Musikclubs gegründet (Weltbühne, Uebel & Gefährlich), einen Roman geschrieben (‚So was von da‘) und unlängst ein Buch über Nick Cave ('... über Nick Cave'). Er lebt im Süden Mexikos.

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Tino HanekampDienstag, 02.02.2021

"… nicht über Menschen sprechen, sondern mit ihnen", schreibt Samira El Ouassil wie immer alles klarmachend in ihrer Übermedien-Kolumne und meint damit diese faszinierende Folge der WDR-Talkshow 'Die letzte Instanz', über die gerade viel geredet wird, und die sich so zusammenfassen lässt:

Treffen sich fünf Menschen im Fernsehen. Sagt der eine Weiße: „Wir haben größere Probleme als Rassismus!” Sagen die anderen Weißen: „Finden wir auch.” Sagt der Schwarze: Nix, es ist ja keiner da.

Quelle: Dieser Text hier, auch auf Übermedien erschienen, gibt einen guten Überblick zum Aufreger.

Besagte Sendung lief schon Ende November, nur hat sich damals kaum wer drüber aufgeregt. Dafür brauchte es erst ein paar Tweets nach der nun erfolgten Wiederholung, die zum Shitstorm führten, der das Thema erst auf den Tisch brachte und fast allen Beteiligten mehr oder weniger gelungene Entschuldigungen abnötigte. (Thomas Gottschalk – "Ich hab mich auf ner Party mal als Jimi Hendrix verkleidet und zum ersten Mal gewusst, wie sich ein Schwarzer fühlt." – und der Schlagersänger Jürgen Milski haben sich noch nicht geäußert.) Und darum geht’s ja, dass das Thema auf dem Tisch ist, nicht um die ollen Entschuldigungen. Eine derartige Sendung wird es im deutschen Fernsehen sicher nicht mehr geben, und das ist gut, denn was soll der Scheiß? Und wir Weißen können wieder ein bisschen mehr begreifen, dabei hilft auch Frau El Ouassils Text:

Hier [in der Sendung] manifestiert sich ein grundsätzliches Problem aller Diskurse, aber insbesondere der Gespräche über Diskriminierung: Wenn Vertreter einer Mehrheitsgesellschaft über die Bezeichnung und Behandlung Marginalisierter verhandeln, ohne diese zu Wort kommen zu lassen, dann haben die Menschen, um die es geht, nie die Möglichkeit, souverän mitbestimmen zu dürfen und eine Änderung zu bewirken. Die Ungerechtigkeiten und Verletzungen bleiben.

Diesem strukturellen Problem können marginalisierte Menschen – wenn sie nicht an den Gesprächen über sie beteiligt werden – derzeit nur durch Mehrarbeit in Form von Aufklärung entgegenwirken, die meist unbezahlt ist. Oder durch Duldungsstarre, die als stille Zustimmung gewertet wird. Oder durch Lautstärke, die ihnen als Unsachlichkeit und aus dem Diskurs disqualifizierend ausgelegt wird. So oder so, sie werden medial gefickt.

"Eigentlich ist es ganz leicht …"

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Kommentare 1
  1. Uwe Protsch
    Uwe Protsch · vor 11 Tagen

    Das Problem liegt ja mMn schon darin, dass es überhaupt unseriöse Formate wie "Die letzte Instanz" gibt. Üblicherweise haben Talkshows nicht den Anspruch zu informieren, sondern zu unterhalten, und sei es auf Kosten Anderer. Öffentlich-Rechtliche Anstalten sollten eigentlich verpflichtet sein, wichtige Themen ernsthaft anzugehen.

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