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Fundstücke

Christian Huberts
mächtiger™ Kulturwissenschaftler und Kulturjournalist
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piqer: Christian Huberts
Freitag, 27.11.2015

Das Leben ist ein Spiel… ein ziemlich verkorkstes!

In den Game Studies bezeichnet man das Treffen überzeugender Aussagen durch Regelprozesse als »procedural rhetoric«. Jeder, der mal Monopoly gespielt hat, konnte das schonmal live erleben. Das als The Landlord's Game patentierte Brettspiel sollte durch seine unfairen Regeln ursprünglich dazu führen, dass sich Kinder im Prozess des Spielens über den ausbeuterischen Kapitalismus bewusst werden. Selbst heute – trotz einiger Entschärfungen – trägt das Spiel noch diese Botschaft im Herzen: Wer sich früh einen Vorteil verschafft, hat das Spiel schon so gut wie gewonnen!

Hat man das Prinzip der prozeduralen Rhetorik einmal verstanden, kann man es ebenso wunderbar dazu benutzen, um gesellschaftliche Strukturen und die Prozesse, die sie (nicht) ermöglichen, bloßzustellen. Das Satire-Magazin extra 3 macht das ganz wunderbar mit dem »Spiel des Lebens«: Wer vor Spielbeginn die verbeamtete Lehrerfamilie aus dem Kartenstapel zieht, hat schon gewonnen. Und wer die Arschkarte als Hartz-IV-Kind zieht, verliert selbst dann, wenn das Abitur mit Bestnote trotzdem hart erkämpft wurde. Aber hey, DAS LEBEN IST NUN MAL UNGERECHT!!!

Das Leben ist ein Spiel… ein ziemlich verkorkstes!
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Kommentare 1
  1. Marcus Ertle
    Marcus Ertle · vor fast 2 Jahren

    Klasse!