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"Das hieße ja aufgeben.“ — ein Interview mit dem mexikanischen Journalisten Javier Valdez (R.I.P.)

Tino Hanekamp
Autor

Tino Hanekamp war Journalist und Musikjournalist, hat in Hamburg zwei Musikclubs gegründet (Weltbühne, Uebel & Gefährlich), einen Roman geschrieben (‚So was von da‘) und unlängst ein Buch über Nick Cave ('... über Nick Cave'). Er lebt im Süden Mexikos.

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Tino HanekampDienstag, 23.05.2017

Vor einer Woche wurde Javier Valdez — einer der letzten aktiven kritischen Journalisten Mexikos — in seiner Heimatstadt Culiacán erschossen. Es war der fünfte Mord an einem mexikanischen Journalisten binnen zwei Monaten. Der deutsche Blogger Airen hat ihn wenige Monate vor seinem Tod interviewt. Es ist ein beeindruckendes Gespräch, in dem Valdez einmal mehr die erschütternde Realität in diesem in vielerlei Hinsicht so wundervollen Land beschreibt, das unaufhaltsam an sich selbst krepiert: "In Mexiko regiert das Verbrechen. Die Regierung ist Teil des Problems, denn sie steckt bis zum Hals mit drin im Drogenbusiness. ... Täglich geschehen Morde, aber es wird nicht ermittelt, es gibt keine Festnahmen. … Der Staat lässt seine Bürger mit der Gewalt allein. So werden die Menschen gleich doppelt zu Opfern – einmal durch die Gewalt, und ein zweites Mal durch den Staat, der an ihnen versagt.“ Vor allem aber erscheint einem der Mut dieses Mannes unfassbar, der seit Monaten Morddrohungen bekam und trotzdem weiter schrieb. Laut 'Reporter ohne Grenzen' war Mexiko 2016 das gefährlichste Land für Medienschaffende außerhalb von Kriegsgebieten. Wer kritisch berichtet, wird ermordet — nicht nur von den Narcos, sondern oft auch im Auftrag von Gouverneuren und anderen Regierungsbeamten. Auf die Frage, ob er mal darüber nachgedacht habe, einfach wegzugehen, antwortete Valdez: "Das hieße ja aufgeben. Ich kann nicht mit dieser Wut leben, die ich bekomme, wenn ich die Ungerechtigkeit sehe, die Toten, das Leiden, die Straflosigkeit.“ Dreizehn Kugeln durchsiebten seinen Körper vor dem Büro der Zeitung, für die er schrieb. Wo der Staat versagt, ist eine kritische Öffentlichkeit, sind die Medien, das letzte Mittel gegen die herrschenden Zustände. In Mexiko verschwinden sie, werden brutal ausgeschaltet, vernichtet — Menschen, die jeder Gefahr trotzend für das Gute kämpfen. Was bleibt ist Ohnmacht.

"Das hieße ja aufgeben.“ — ein Interview mit dem mexikanischen Journalisten Javier Valdez (R.I.P.)

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